Stadt & Raum

»Die gebaute und physikalische Architektur wird, da nun im Gegensatz zu den wenigen und beschränkten Mitteln vergangener Epochen eine Vielzahl solcher zur Verfügung steht, sich intensiv mit Raumqualitäten und der Befriedigung psychologischer und physiologischer Bedürfnisse beschäftigen können und einen anderen Bezug zum Prozess ihrer »Errichtung« einnehmen. Räume werden deshalb weit bewusster etwa haptische, optische und akustische Qualitäten besitzen, Informationseffekte beinhalten, wie auch sentimentalen Bedürfnissen direkt entsprechen können.« 

Hans Hollein, 1966/67

»Die Überlegungen, dass durch konzentriertes Raumerleben ein direkter Ansatz zu Bewusstseinsveränderungen möglich wäre, führten zur Konstruktion einer pneumatischen Raumkapsel, die »Gelbes Herz« genannt wurde. Durch eine Schleuse aus drei Luftringen gelangte man auf eine durchsichtige Kunststoffliege. Knapp für zwei Personen ausreichend, kragte sie in die Mitte eines engen Kugelraumes, der sich rundum aus weichen Luftkammern zusammensetzte. Lag man hier, so konnte man wahrnehmen, dass die luftgefüllten Kissen, deren Bäuche einen eben noch fast berührten, sich langsam zurückzogen, der umgebende Raum zu wachsen schien, sich schließlich zu einer transluzenten Kugel formte, um dann in weicher Gegenbewegung wieder knapp heranzufließen. Große Punktraster auf den Innen-u. Außenseiten der Lufthüllen wandelten sich in rhythmischen Wellen von milchigen Flecken zu klaren Mustern. Der Raum pulsierte in gedehnten Intervallen.«

Haus-Rucker & Co, 1968

Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Foto: Tobias Roch, Hagen

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