Sex & Gender

»die frauen sind bisher nicht zu sich gekommen, weil sie nicht zu wort gekommen sind, in dem sinne, dass man ihnen jene medien verweigert hat. so ist es zu verstehen, wenn ich verlange, gebt den frauen das wort, damit sie zu sich kommen können. wir frauen müssen, um zu einem von uns selbst bestimmten bild der frau kommen zu können und damit zu einer veränderten abbildung in der gesellschaftlichen funktion der frau, an der konstruktion der wirklichkeit via den medialen bausteinen teilhaben.«

Valie Export, 1972

»Deshalb das typische und sehr belastete Material: Wolle. Ich will wissen, ob das negative Klischee überwunden werden kann, wenn der handwerkliche Aspekt aus dem ganzen Komplex herausfällt, wenn das Strickmuster vom Computer gesteuert entsteht. Ich wollte wissen, woran es liegt, dass eine Arbeit früher und heute oft von Frauen als peinlich eingestuft wird, ob das von der Umgehensweise mit dem Material abhängt, oder ob das wirklich an dem Material liegt.
Es haben sich neue Beobachtungen ergeben: Während ich mich für die Strickarbeiten mit traditionellen wie aktuellen Mustern auseinandergesetzt habe, wie sie von Frauenzeitungen angeboten werden, so zum Beispiel ein Schottenmuster, das auch wieder eindeutig belegt ist, begann für mich eine Sicht auf das Phänomen Muster. Oft sah ich Muster, mit denen ich mich auseinandergesetzt hatte, auf der Straße wieder und fand eine merkwürdige klassenspezifische Zuordnung dieser Muster. Das möchte ich noch weiter verfolgen: Die Wollarbeiten machen aber nur einen kleinen Teil meiner Arbeit aus, die ich mal stärker und mal weniger verfolge.«

Rosemarie Trockel, 1988

»Mir wurde klar, wie sehr die Repräsentation auf den sozialen Status und die Macht zielt, wodurch das Thema von Künstlichkeit und Maskerade einen ideologischen Hintergrund erhielt. Diejenigen, die sich so porträtieren ließen, beabsichtigten, auf den Gemälden schöner, mächtiger oder bedeutender als in Wirklichkeit auszusehen. In gewisser Weise greife ich diese Täuschungsmanöver der Malerei auf, indem ich mit falschen Körperteilen eine Illusion provoziere, deren Falschheit ich gleichzeitig entlarve. Zunächst glaubt man, ein Gemälde zu sehen, dann erkennt man, dass es sich um ein Foto handelt, und schließlich wird deutlich, dass alles nur Maskerade mit falschen Titten, Perücken und Nasen ist.«

Cindy Sherman, 1996

Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger

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