Material

»Die Frage des Materials ist also offenkundig die Grundlage der Architektur, und vielleicht ginge man nicht sehr fehl, wenn man die Architektur betrachtete als die Kunst, mit angemessenem Material zu bauen.«

William Morris, 1892

»Die Materialien spielen in der Plastik eine der wichtigsten Rollen. Die Entwicklung einer Plastik wird durch ihr Material bestimmt. Das Material bildet die emotionale Grundlage einer Plastik, es gibt ihr den Grundakzent und bestimmt die Grenzen ihrer ästhetischen Wirkung. Die Quelle dieser Tatsache liegt tief in der menschlichen Psyche verborgen. Ihre Natur ist nützlich und ästhetisch. Unsere Bindung an die Materialien beruht auf unserer organischen Ähnlichkeit mit ihnen. Auf diese Art Verwandtschaft gründet sich unsere ganze Verbindung mit der Natur. Die Materialien stammen wir die Menschheit von der Urmaterie ab. Ohne diese enge Verbindung mit den Materialien und ohne diese Interesse an ihrer Existenz wäre der Aufstieg unserer gesamten Kultur und unserer Zivilisation unmöglich gewesen.«

Naum Gabo, 1937

»Seit kurzem tauchen auch Materialien auf, die nicht zu den starren Industriestoffen gehören. Oldenburg war einer der ersten, der derartige Materialien verwendete. Eine unmittelbare Untersuchung der Eigenschaften dieser Materialien hat gerade erst begonnen. Dazu gehört auch eine Überprüfung der verwendeten Werkzeuge im Verhältnis zum Material. In einigen Fällen gehen diese Untersuchungen vom Schaffen von Dingen über zum Hervorbringen von Material selbst. Gelegentlich findet die direkte Verwendung eines Materials ohne die Benutzung von Werkzeugen statt. In diesen Fällen wird die Berücksichtigung der Schwerkraft genauso wichtig wie dies des Raums. Die Konzentration auf Material und Schwerkraft als Mittel der Gestaltung bringt Formen hervor, die nicht geplant waren. Überlegungen hinsichtlich der Ordnung finden notwendigerweise eher zufällig statt, sind ungenau und werden nicht besonders betont. Willkürliches Stapeln, lockeres Anhäufen oder Hängen geben dem Material eine vorübergehende Form. Der Zufall wird akzeptiert und Unbestimmtheit beabsichtigt, da eine andere Anordnung zu einer anderen Formation führt. Sich von festgegelegten, dauerhaften Formen und Ordnungen zu lösen, wird als positiv angesehen. Es ist Teil der Verweigerungshaltung dieser Arbeiten, die Ästhetisierung der Form als endgültige Maßgabe nicht mehr weiterzuführen.«

Robert Morris, 1968

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