Licht & Bewegung

»Die erste Bedingung der Vibration der Farbe ist, dass sich etwas im Wechsel der chromatischen Farbmodulation durchhält; das macht gerade die Freiheit der Farbe aus. Ich gebe der Farbe eine Vibration, d.h. ich gebe der Farbe eine Struktur, oder: Ich gebe der Farbe ihre Form. Von Formbildung im bisherigen Sinne kann keine Rede mehr sein. Der Überwindung der Vielfarbigkeit durch die Farbe selbst entspricht, dass man die Komposition aufgibt zugunsten einer einfachen Strukturzone,d.i. das einfache Zusammen aller bildnerischen Elemente.«

Heinz Mack, 1958

»(…) d) Es gibt so viele Arten von TV-Stromkreisen, wie es französische Käsesorten gibt. Zum Beispiel erzeugen alte Modelle von 1952 eine bestimmte Art der Variation, die neue Modelle mit automatischer Frequenzkontrolle nicht hervorbringen können. 
e) Viele Mystiker sind daran interessiert, aus der EINREIHIGEN ZEIT, der EINBAHNSTRASSENZEIT, herauszutreten, 
um die Ewigkeit zu ERFASSEN.
aa) Am vollendeten oder absoluten Nullpunkt anzuhalten, ist eine klassische Methode, die Ewigkeit zu erfassen.
bb) Die parallelen Ströme vieler unabhängiger Bewegungen SIMULTAN zu beobachten, ist eine andere klassische Weise dafür.
Aber der arme Joyce war wegen der Ontologie des Buches gezwungen, die sich parallel entwickelnden Geschichten in einem einzigen Buch in Einbahnstraßenrichtung zu schreiben. Die simultane Wahrnehmung der parallelen Ströme von 13 unabhängigen TV-Bewegungen kann vielleicht
diesen alten Traum der Mystik realisieren, obwohl das Problem ungelöst ist, ob es mit unserer normalen Physiognomie ohne etwas mystisches Training möglich ist (wir haben nur ein Herz, einen Atem, einen Punkt, den wir mit dem Auge fokussieren können), und WENN GUT TRAINIERT,,,,,,,, braucht es weder 13 TVs, noch TV, noch Elektronik, noch Musik, noch Kunst……..der glücklichste Selbstmord der Kunst….die schwierigste Antikunst, die je existiert hat……..Ich weiß nicht, wer diesen platonischen und absoluten Höhepunkt der Kunst erreicht haben könnte,
denn, wenn er ihn WIRKLICH erreicht hätte,
würde ich nicht seinen Namen kennen.
Müßte ich nicht seinen Namen kennen.«

Nam June Paik, 1964

Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum

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