Konzeptionen

»Wenn ein Künstler eine konzeptuelle Form von Kunst benutzt, heißt das, dass alle Pläne und Entscheidungen im voraus erledigt werden und die Ausführung eine rein mechanische Angelegenheit ist. Die Idee wird zu einer Maschine, die die Kunst macht. Diese Art von Kunst ist nicht theoretisch und keine Illustration von Theorien; sie ist intuitiv, schließt alle Typen geistiger Prozesse mit ein und ist ohne Zweck. Sie ist normalerweise unabhängig von der handwerklichen Geschicklichkeit des Künstlers. Es ist das Ziel des Künstlers, der sich mit konzeptueller Kunst beschäftigt, seine Arbeit in geistiger Hinsicht für den Betrachter interessant zu machen, und dehalb möchte er normalerweise, dass sie in emotionaler Hinsicht nüchtern, trocken wirkt. Es besteht allerdings kein Grund zur Annahme, der konzeptuelle Künstler wolle den Betrachter langweilen. Nur würde die Erwartung eines emotionalen »Kicks« – an den man durch expressionistische Kunst gewöhnt ist – den Betrachter bei der Erfassung dieser Kunst fehlleiten.«

Sol LeWitt, 1967

»Ich glaube, dass Kunst etwas zum Ausdruck bringt, aber sie drückt das aus, was man anders nicht ausdrücken kann. Also, zu sagen, dass Kunst eine Bedeutung hat, ist falsch, denn dann glaubt man ja, die Kunst würde irgendeine Botschaft befördern (…). Ja, Kunst ist expressiv, aber sie drückt aus, was man auf keine andere Art sagen kann. Man kann also nicht behaupten, dass Kunst eine Bedeutung hätte, die man von ihrer Existenz in der Welt trennen kann. Nein, ich denke an keine explizite Bedeutung, wenn ich an etwas arbeite, überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, ich finde, dass es meine größte Schwierigkeit und der aufreibendste und schwierigste Teil meiner Arbeit ist, meinen Geist von der Bürde der Bedeutungen, die ich durch die Kultur aufgenommen habe, zu säubern und zu befreien – Dinge, die scheinbar etwas mit Kunst zu tun haben, in Wirklichkeit aber gar nichts damit zu tun haben. (…) Meine Kunst entsteht aus meinem Begehren, Dinge in der Welt zu haben, die sonst nicht da wären. (…) Das Gefühl, dass man auf der Welt ist, bestätigt durch die Existenz von Dingen und anderen Menschen in dieser Welt.«

Carl Andre, 1970

Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014

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