Farbe / Modulation

»Wir gelangen zu einer rein expressiven Malkunst, die alle vergangenen, archaischen und geometrischen Stile überholt hat. Diese bildende Kunst hat nur ein Ziel: die von der Schönheit inspirierte menschliche Natur auf einfache Art und Weise darzustellen. Das Licht ist keine bildnerische Methode, es erreicht uns über unser Empfindungsvermögen. Unsere Augen sind die Empfindung zwischen der Natur und unserer Seele. In unseren Augen spielen sich die Gegenwart und unsere Empfindungen ab. Ohne unser Empfindungsvermögen, also ohne Licht, erreichen wir nichts. Folglich erhält unsere Seele ihr Leben aus der Harmonie, und dieHarmonie geht nur aus der Simultanität hervor, deren Maße und Proportionen des Lichts unsere Seele über die Augen, den edelsten Sinn, erreichen. Und die Seele beurteilt die natürlichen Formen des Kunstwerks – reine Kritik – im Vergleich zur Natur und leitet den Schöpfer. Der Schöpfer wiederum arbeitet mit allem, was er im Universum an Wesentlichem, Rhythmus, Einbildungskraft und Simultanität vorfindet. Die Natur erzeugt also die Wissenschaft der Malerei. Die erste Malerei war nur eine Linie, die den Schatten eines Mannes, von der Sonne geschaffen, nachzog. Aber wie weit sind wir mit unseren heutigen Mitteln von dem früheren Trugbild entfernt, da wir das Licht haben (helle Farben, dunkle Farben, ihre Komplementärfarben, ihre Intervalle, ihre Simultanität) und alle anderen Maße der Farben, die aus dem Bewusstsein stammen, die Harmonie zu erschaffen.«

Robert Delaunay, 1912

»Gemälde, von Künstlerhand bemalte Oberflächen, sind mehr oder weniger offensichtlich aus einer Serie von Pinselstrichen komponiert. Mit Bedacht wird ein Strich dem anderen hinzugefügt bis der größte, oder üblicherweise der gesamte Grund – in Übereinstimmung zum subjektiv bestimmten künstlerischen Thema – verdeckt ist. Die Bedeutung in diesen Pinselstrichen, und konsequenterweise in dem Bild, leitet sich von der Methode ab, wie die Striche vom Künstler selbst geführt und organisiert sind. In einem realistischen oder einem abstrakten Gemälde dienen die Pinselstriche (und wurden immer dafür eingesetzt) einer grundlegenden Idee, aber in einem monochromen Gemälde sind die Pinselstriche selbst Bedeutungsträger. Statt einer Intention zu dienen, sind sie vielmehr die Intention selbst – ein Teil des gesamten Bildgegenstandes.«

Marcia Hafif, 1981

Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum

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