Yoko Ono

Onos Werk ist geprägt von ihren Lebensstationen in Japan und den USA, und damit von großem kulturellem und gedanklichem Reichtum. Ihre Arbeiten lassen sich nicht auf einen Kunst-Begriff bringen; zu vielfältig sind ihre Formate und Themen unter anderem in Film, Lyrik, Musik und Performances.

Yoko Ono wird am 18. Februar 1933 in Tokyo geboren. Der Beruf des Vaters, eines Bankers, bringt in ihrer Kindheit langjährige Aufenthalte in den USA mit sich, ab 1941 lebt die Familie wieder in Japan, 1953 zieht sie erneut in die USA. Onos Werk ist geprägt von ihren Lebensstationen in Japan und den USA, und damit von großem kulturellem und gedanklichem Reichtum. Ihre Arbeiten lassen sich nicht auf einen Kunst-Begriff bringen; zu vielfältig sind ihre Formate und Themen unter anderem in Film, Lyrik, Musik und Performances.

Onos künstlerische »Erziehung« beginnt früh. Vor allem ihre musikalische Schulung soll ihr Leben lang prägend bleiben. In einem Interview 2001 erinnert sich Ono an eine Aufgabe, für die sie Alltagsgeräusche in Musik übersetzen sollte. Diese Übung habe ihre Sensibilität für ihre unmittelbare Umgebung stark gefördert und sie veranlasst, konventionelle Konzepte in Frage zu stellen: »The sound became a mere simplification of the natural sounds without its original intricate beauty. … you noticed that the traditional way we scored music in the West was not the way« (Hans Ulrich Obrist: Yoko Ono. The Conversation Series, Köln 2009, 9).

1952 ist Ono die erste Frau, die zum Philosophie-Studium an der Gakushuin Universität in Tokyo zugelassen wird. Jedoch muss sie die Hochschule wegen des erneuten Umzugs ihrer Familie nach New York verlassen und beginnt ein Musikstudium in Harvard, wechselt 1953 bis 1955 zu Philosophie und Komposition an das Sarah Lawrence College und lebt 1962 bis 1964 wieder in Tokyo. Seit den 1950er Jahren hat sie Kontakt zu jungen Künstlern in Japan und den USA wie John Cage, Nam June Paik und Georges Maciunas, der bereits 1961 ihre erste Solo-Ausstellung in seiner Galerie zeigt.

In ihrem New Yorker Loft veranstaltet Ono Performances, Konzerte und Lesungen, die den Anfang der Fluxus-Bewegung markieren, ihre Wohnung wird zum Treffpunkt der Künstlergemeinschaft. Sie macht den 80-minütigen Film No. 4 (Bottoms, 1966), der eine Serie nackter Hintern zeigt. Sie entwickelt stark reduzierte Objekte wie Apple, ein Apfel auf einem Plexiglassockel mit musealer Objektbeschriftung. Das Lightning Piece (1955) ist eine schlichte Anleitung: »Light a match and watch til it goes out«. Solche Instruction Paintings, mit denen Ono den Betrachter partizipieren lassen und seine Sinne öffnen will, bilden einen wichtigen Teil ihres Werkes. Sie zeigen den Einfluss des Zen-Buddhismus und thematisieren z.B. Zeitlosigkeit, Transformation und, insbesondere, die Kraft der Imagination. Dafür, dass Ono ihre Arbeit jedoch nicht auf Kategorien festlegen lassen will, steht das ironische Gegenstück Sun piece (1962): »Watch the sun until it becomes square«.

1966 wird ein wichtiges Jahr für Ono: Sie nimmt am »Destruction in Art Symposium« in London teil und führt ihr Cut Piece auf: Sie sitzt reglos am Boden, eine Schere neben sich, die die Zuschauer benutzen dürfen. So beginnen sie, ihr die Kleidung vom Leib zu schneiden. Diese Arbeit wird zu einer der zentralen feministischen Performances überhaupt. Onos Werke tragen zunehmend politische Botschaften, wie die Bed-In-Aktionen mit John Lennon Ende der 1960er Jahre. In den 1970er Jahren konzentriert sich Ono auf Film, Komposition und Performances, stellt jedoch von 1972 bis 1988 nicht mehr in Museen und Galerien aus. Obschon sie immer eine Avantgarde-Künstlerin war und sie an den Documenta-Ausstellungen 1972 und 1987 teilnahm, wird Onos Werk in Deutschland erst seit wenigen Jahren verstärkt in Solo-Ausstellungen präsentiert. Anlässlich des 80. Geburtstags der Künstlerin zeigt die Schirn Kunsthalle in Frankfurt 2013 die umfassende Retrospektive »Yoko Ono. Half-a-wind Show«.

Yoko Ono lebt und arbeitet in New York.

Literaturauswahl:

Yoko Ono: To the light: Ausst.-Kat. Serpentine Gallery London, Köln 2012

Obrist, Hans Ulrich: Yoko Ono. The Conversation Series, Köln 2009

Yes. Yoko Ono: Ausst.-Kat. Walker Art Center, Minneapolis; Contemporary Arts Museum, Houston; MIT-List Visual Arts Center, Cambridge Mass u.a., New York 2000

Yoko Ono: Have you seen the horizon lately? Ausst.-Kat. Museum Villa Stuck, München 1998

Ono, Yoko: Instruction Paintings, New York 1995

Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum

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