Werner Bauer

Licht und Bewegung und das Wechselspiel von Form und Licht verfolgt Bauer in seinen konkret-konstruktiven Arbeiten. Er versteht sich gleichermaßen als Regisseur wie Bändiger des Lichts, dem er in ebenso bildhaften wie raumbezogenen Strukturen eine Form verleiht, es in Bewegung versetzt.

Werner Bauer wird 1934 in Völklingen geboren. 1955 nimmt er das Studium zunächst zum Volksschullehrer auf, ist 1958 Schüler Oskar Kokoschkas an der Salzburger Sommerakademie. 1964 legt er sein Examen als Kunsterzieher ab und arbeitet ab 1964 an verschiedenen Schulen im Saarland. Daneben entsteht nach anfänglich figürlichen Arbeiten seit den 1960er Jahren ein umfangreiches, an den Grundlagen der Geometrischen Abstraktion orientiertes Œuvre, dem u.a. im Museum St. Ingbert (2007), im Museum Ritter (2008) in den letzten Jahren umfangreiche Ausstellungen gewidmet werden.

Bauer wendet sich Ende der 1960er Jahre zunächst mit weißen, dann farbig gefassten Strukturen serieller Holzteile einem Thema zu, das ihn bis heute beschäftigt: Licht und Bewegung und das Wechselspiel von Form und Licht verfolgt Bauer in seinen konkret-konstruktiven Arbeiten. Bald entdeckt Bauer neue Materialien, durch die sich veränderte Lichtbrechungs- und Reflexionseigenschaften erzielen lassen. Seit 1973 setzt er seine Untersuchungen mit eigens geschliffenen und polierten Plexiglasteilen fort, durch deren Transparenz bzw. Reflexionsvermögen sich materialbedingt neue Licht- und Bewegungseffekte erzielen lassen.

Ende der 1970er Jahre erschließen sich Bauer durch die Arbeit mit künstlichem Licht und Motoren die Möglichkeiten kinetischer Objekte. Die anschließende Beschäftigung mit Silikon als Licht- und Bildträger, später mit neuartigen Kunststoff-Folien (Lisafolie, Acrylfolie, OLF) dokumentieren in den 1980er Jahren seine systematische Auseinandersetzung mit den Brechungseigenschaften und der Leitfähigkeit der Materialien. Auch die Beschäftigung mit den (bild- und raum-)ordnenden und strukturierenden Eigenschaften des Lichts in seinen teils interaktiv angelegten Silikonarbeiten (O.T., 1982), den motorisierten kinetischen Objekten (Lichtkinetisches Objekt Nr. 20,0, 1985) und raumstrukturierenden Wänden (Lichtwand, 1991) oder auch den jüngeren Plexiglasarbeiten (Lichtobjekt mit Plexifolie L52, 1992) und Leuchtkästen (O.T., 2002), in denen sich Leuchtkörper zu dichten Lichtstrukturen verdichten (vgl. Ausst.-Kat. Lux, lucis, 2008) kennzeichnet das Spektrum der Arbeiten.

»Das Wesen des Lichts besteht darin, dass es sich allseitig ausbreitet. In meinen Arbeiten wird es daran gehindert, sei es durch einen geschlossenen Kasten oder durch Anordnungen, bei denen auf Grund der Lichtbrechungsgesetze begrenzte Formen entstehen oder aber auch durch andere Materialien, bei denen das Licht durch Schnitte oder Biegungen eindeutige oder vieldeutige Formen bildet.« (Bauer, Interview 2008, Museum Ritter). So versteht sich Bauer gleichermaßen als Regisseur wie Bändiger des Lichts, dem er in ebenso bildhaften wie raumbezogenen Strukturen eine Form verleiht, es in Bewegung versetzt.

Werner Bauer lebt und arbeitet in Saarbrücken.

Literaturauswahl

Lux, lucis … Deklinationen des Lichts. Werner Bauer: Ausst.-Kat. Museum Ritter, Sammlung Marli Hoppe-Ritter, hg. v. G. Ridler, Heidelberg 2008

Werner Bauer – Werke 1989 — 2005: Ausst.-Kat. Inst. f. Aktuelle Kunst Saarlouis, hg. v. J. Enzweiler, Saarbrücken 2006

Werner Bauer. Lichtobjekte. Arbeiten 1997 — 2003: Ausst.-Kat. Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen 2003

Werner Bauer – Werke 1964 — 1989: Ausst.-Kat. Inst. f. Aktuelle Kunst Saarlouis, hg. v. J. Enzweiler, Saarbrücken 2001

Werner Bauer – Die Kunst, das Licht zu ordnen: Ausst.-Kat. Pfalzgalerie, Kaiserslautern 1991

Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014

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