Steina

Sie gilt als zentrale Figur und Pionierin in der Geschichte der (elektronischen) Videokunst. Steinas Suche nach einer Grammatik und Syntax elektronischer Bilder wird von einem andauernden Dialog zwischen Kunst und Technologie begleitet.

Steina wird 1940 im isländischen Reykjavik als Steinunn Briem Bjarnadottir geboren. Sie studiert Sprachen, Violine und Musiktheorie und erhält 1959 ein Stipendium des tschechoslowakischen Kulturministeriums für das staatliche Musikkonservatorium in Prag. Dort trifft sie Woody Vasulka, den sie 1964 heiratet. Kurz darauf spielt sie mit dem isländischen Symphonieorchester. 1965 emigrieren die Vasulkas in die USA.

In New York arbeitet Steina zunächst als freie Musikerin. Gemeinsam mit Woody und Andres Mannik gründet sie das Zentrum für Experimental Performing Arts – »The Kitchen«. Im gleichen Jahr formt sie mit Woody und Eric Siegel die Gruppe »Perception«. Gemeinsam mit Woody nimmt sie zahlreiche Artist in Residence – Einladungen wie auch 1998 die Ehrendoktorwürde des San Francisco Art Institute an. 1995 gewinnen die Vasulkas den »Maya Deren Award« des American Film Institute und 1996 den »Siemens Media Art Prize«.

1992 kuratiert Steina gemeinsam mit Woody für die Linzer Ars Electronica die Ausstellung »Eigenwelt der Apparate Welt: Pioneers of Electronic Art«. 1996 wird sie in Holland künstlerische Co-Direktorin von STEIM – Institute for Electronic Instrumental Music. Sie unterrichtet an der Universität für angewandte Kunst in Wien, der Städelschule in Frankfurt und am College of Arts and Crafts in Reykjavik. 1997 bespielt sie den isländischen Pavillon bei der Biennale von Venedig.

1969 beginnt sie die Arbeit mit Video und bereits 1970 entstehen avancierte experimentelle Arbeiten. In den Jahren 1972 bis 2000 entwickelt sie neunzehn eigenständige Videoarbeiten (u.a. A So Desu Ka, 1993, Warp,, 2000), zwischen 1970 und 1989 gemeinsam mit Woody achtzehn weitere (u.a. Spaces II, 1972, In the Land of the Elevator Girls, 1989). Während ihr Schwerpunkt in der Videokunst und im installativen Bereich liegt, wird Steina zunehmend in die Arbeit mit interaktiven Performances im öffentlichen Raum involviert. Sie nutzt dabei die Violine zur Steuerung der Videoprojektionen (Violin Power the Performance, seit 1992): »1991, nachdem ich für die akkustische Violine experimentell Interfaces mit einem geschwindigkeitsvariablen Kassettenrekorder entwickelt hatte, kaufte ich mir eine MIDI-Violine und einen Pioneer Disk Player. Die Vermittlung mit diesen Instrumenten eröffnete mir ebenso die Möglichkeit, jede Art von Video auf Disk zu produzieren wie auch verschiedene Bewegungsmomente (langsam/ schnell; vorwärts/ rückwärts) computergestützt zu integrieren. Die grundlegende Software wurde von Russ Gritzo geschrieben, Bill Heckel hat sie weiterentwickelt und verbessert. Violin Power ist ein auf Kontinuität angelegtes Projekt mit einem stetig wachsenden Repertoire. Bis heute habe ich fünf Videodisks produziert und ich wechsle das Programm für jede Performance.« (Steina, Übers. d. Red.)

Steina gilt als zentrale Figur und Pionierin in der Geschichte der (elektronischen) Videokunst. Ihre Suche nach einer Grammatik und Syntax elektronischer Bilder wird von einem andauernden Dialog zwischen Kunst und Technologie begleitet.

Steina lebt und arbeitet in Santa Fe.

Literaturauswahl

Steina & Woody Vasulka: Video works: Ausst.-Kat. NTT Intercommunication Center (ICC) Tokio, Tokio 1998

Steina & Woody Vasulka, Maschine media: Ausst.-Kat. San Francisco Museum of Modern Art, San Francisco

Vasulka, Steina: Machine Vision, Woody: Descriptions: Ausst.-Kat. Albright-Knox Art Gallery, Buffalo/New York 1976 //1996

vasulka.org

 

Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Foto: Tobias Roch, Hagen

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