Sanford Wurmfeld

Während eines Studienjahrs in Rom beschäftigt er sich intensiv mit abstrakter Malerei und insbesondere mit Josef Albers’ kunsttheoretischer Schrift »Interaction of Color« über die Wirkungen von Farben. Diesem Thema bleibt Wurmfeld seither auch künstlerisch innig verbunden.

Sanford Ian Wurmfeld wird 1942 in New York geboren. Er studiert am Dartmouth College in New York (BA 1964), später am Hunter College der City University in New York. Während eines Studienjahrs in Rom beschäftigt er sich intensiv mit abstrakter Malerei und insbesondere mit Josef Albers’ kunsttheoretischer Schrift »Interaction of Color« über die Wirkungen von Farben. Diesem Thema bleibt Wurmfeld seither auch künstlerisch innig verbunden: Sein erstes Werk zu diesem Thema ist das Bild II-4H. Er beschränkt sich auf vier Farben, die er auf einer circa 55 cm großen, quadratischen Fläche anordnet. Diese Reduktion auf wenige Farben behält Wurmfeld zunächst bei, seine Bildflächen werden jedoch zunehmend größer bis zu einer Breite von mehr als 9 Metern.

1966 beginnt er am Hunter College zu unterrichten. Der Schwerpunkt seiner Lehre liegt auf Farbtheorien. 1974 erhält Sanford Wurmfeld ein Stipendium der Guggenheim Foundation. Er reist mehrfach nach Europa, wo ihn vor allem die illusionistische Barockmalerei in Rom, die Panorama-Gemälde des 18. und 19. Jahrhunderts und Claude Monets monumentale Seerosenbilder von 1915/1917 tief beeindrucken.

1975 hält er am Hunter College ein interdisziplinäres Seminar in Kooperation mit dem Psychologie-Department ab, in dem er die Anfänge der abstrakten Kunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor dem Hintergrund der experimentellen Psychologie dieser Zeit thematisiert. Daraus entsteht ein enger Kontakt zu den Visual Studies, den Wurmfeld beibehält. Ab 1978 hat er den Posten des Dekans des Kunst-Departments seiner Hochschule für viele Jahre inne. Dazu kommt Mitte der 1980er Jahre das Kuratieren von Ausstellungen wie »Color Documents. A presentation theory« 1985 und »Color Order and Aesthetics« 1988 in der Hunter Gallery, einer hauseigenen Galerie des Hunter Colleges, deren Direktor er wird und für fast 20 Jahre bleibt. In seinen Funktionen baut er internationale Kontakte zwischen Hochschulen und Künstlern auf. Er richtet beispielsweise die Schau »Approaches to Abstraction« in Shanghai aus (1986). Vom Jahr 2000 bis zu seiner Emeritierung 2006 ist er Phyllis and Joseph Caroff Professor of Fine Art am Hunter College.

In seiner Karriere hat Wurmfeld international an vielen Ausstellungen teilgenommen, wie 1968 an der Überblicksschau »The Art of The Real 1948 68« im Museum of Modern Art, New York. Im selben Jahr zeigte die Tibor de Nagy Gallery in New York seine erste Soloausstellung, 1974 ist er bei Denise René in New York vertreten, die sein Bild II-4H zeigt. Das Karl Ernst Osthaus Museum in Hagen präsentiert ihn seit 1999 mehrfach und realisiert das panoramaartige Cyclorama im Jahr 2000. Es wird an mehreren Stationen in Europa gezeigt (Budapest, Altötting, Edinburgh). Die Weiterentwicklung dieses Werks, das E-Cyclorama, ist 2006 in Den Haag zu sehen – in direkter Nachbarschaft zu Mesdags historischem Panorama, das Wurmfeld einst so stark beeindruckt hatte. Die Hunter Gallery zeigt im Jahr 2013 die umfassende Retrospektive »Sanford Wurmfeld: Color Visions 1966 2013«.

Arbeiten von Wurmfeld sind in privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten, darunter das Metropolitan Museum of Art und das Guggenheim Museum in New York, das Sprengel Museum Hannover, das Ackland Memorial Art Center der University of Ohio sowie das Osthaus Museum in Hagen.

Sanford Wurmfeld lebt und arbeitet in New York.

Literaturauswahl

Sanford Wurmfeld. E-Cyclorama: Ausst.-Kat. Edinburgh College of Art; Neuberger Museum of Art, Edinburgh, hg. v. Duncan Macmillan, Edinburgh u.a. 2008

Fehr, Michael, Sanford Wurmfeld (Hg.): Seeing red. On nonobjective painting and color theory, Köln 2004

Sanford Wurmfeld. Cyclorama 2000: Ausst.-Kat. Karl Ernst Osthaus Museum Hagen, hg. v. Michael Fehr, Hagen 2000

Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Foto: Tobias Roch, Hagen

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