Sally Weber

Weber untersucht die physikalischen Eigenschaften des Lichts, seine Beugung und Streuung durch Prismen. 1982 realisiert sie ihre erste holografische Installation, Lightscape. Halbrunde Bögen wechseln mit dem sich verändernden Tageslicht und abhängig vom Betrachterstandpunkt beständig ihre Farben.

Sally Weber, geboren 1953, absolviert ein Studium der Kunstgeschichte am Trinity College in Hartford, Connecticut (USA), das sie 1975 mit dem Bachelor abschließt. Sie ergänzt ihre Kenntnisse um detailliertes technisches Wissen und befasst sich intensiv mit der menschlichen Wahrnehmung. Dabei konzentriert sie sich auf das künstlerische Arbeiten mit Licht. 1983 arbeitet sie als »Artist-in-Residence« am Museum of Holography in New York. Von 1983 bis 1985 ist sie in ein Programm des Center for Advanced Visual Studies am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge eingebunden, wo sie den Master of Science im Fach »Visual Studies« ablegt. Von 1984 bis 1988 unterrichtet sie an der Brown University in Providence, Rhode Island. Wiederum ist sie 2001 und 2008 »Artist-in-Residence« am Center for Holographic Arts in New York.

Weber untersucht die physikalischen Eigenschaften des Lichts, seine Beugung und Streuung durch Prismen. 1982 realisiert sie ihre erste holografische Installation, Lightscape. Halbrunde Bögen wechseln mit dem sich verändernden Tageslicht und abhängig vom Betrachterstandpunkt beständig ihre Farben. Mit Focal Point (1982) inszeniert sie ebenfalls Sonnenlichteffekte, allerdings kombiniert sie hier Glaselemente mit dem fließenden Wasser einer Fontäne, sodass die Spektralfarben des Lichts auf den Boden des Umraums projiziert werden. So bezieht Weber den realen Raum ein.

Ein zweiter Teil von Webers Schaffen sind Bilder und Bildobjekte. Insbesondere mit ihren Pigment-Fotoprints von landschaftlichen Motiven testet sie visuelle Effekte von Raum und Bewegung aus: Ihre Serie Passage and Place (2008) zeigt Landschaften, die sich bei hoher Geschwindigkeit aus dem fahrenden Auto heraus fotografiert in Streifenbilder auflösen. Weber unterbricht diese Aufnahmen durch visuelle Stillstände; wie »Spots« stehen gestochen scharfe Frontalaufnahmen einer weiten Landschaft zwischen den Streifen – wie plötzlich auftauchende Erinnerungsbilder. Es ist ein beinahe filmischer Effekt. Weber erreicht damit einen starken optischen Nachklang der Bilder.

Bereits seit den frühen 1980er Jahren nimmt sie international an Ausstellungen teil. Ihre erste Solo-Schau zeigt sie 1987 am Arts Center in Southbridge, Massachusetts, in deren Zentrum das Werk Alignment steht, das sich heute im Museum Osthaus, Hagen befindet. Das Osthaus Museum zeigt 1995 Sally Webers erste Solo-Schau in Europa, zwei Jahre später folgt dort die Präsentation »Sally Weber. In Light, Holographic Works« sowie 1997 »Signature of the Source«. Dieser letzte Titel ist auch Titel einer Kunst-am-Bau-Installation, die fest in das Oberlicht des Museumsgebäudes eingefügt ist. Weber ist an Gruppenausstellungen u.a. im Santa Monica Museum 1995 beteiligt, in der Akademie der Künste, Berlin 1996, im InterCommunication Center, Tokyo 1997, im Bauzentrum München 2005, und 2011 am Austin Museum of Art in Texas.

Sally Weber erhielt für ihre Arbeiten einige Auszeichnungen, u.a. von der Polaroid Foundation in Cambridge, Mass. 1985, vom Museum of Holography in New York und dem Massachusetts Council for the Arts and Humanities in Boston 1985, von der Shearwater Foundation in Fort Lauderdale 1990 und 1994 und von der David Bermant Foundation in Santa Barbara 2005.

Arbeiten von Sally Weber befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen wie dem Butler Institute of American Art in Ohio, der Chunichi Shimbun Collection in Nagoya, Japan, der David Bermant Foundation und in der Norton Foundation in Kalifornien, im Osthaus Museum in Hagen sowie im San José Museum in Kalifornien.

Sally Weber lebt und arbeitet in Austin, Texas.

Literaturauswahl

Sally Weber: Signature of the source: a concept in light, in: Proc. SPIE 3956, Practical Holography XIV and Holographic Materials VI, 85 (March 17, 2000), abrufbar unter: dx.doi.org/10.1117/12.380026 (17. Juni 2013)

Sally Weber: Im Licht. Holographische Arbeiten: Ausst.-Kat. Karl Ernst Osthaus Museum Hagen, hg. v. Michael Fehr, Essen 1985

Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014

Zu Sammlung hinzufügen…

×
×
×

Liebe Besucherinnen und Besucher,

seit 2006 gibt die museumsplattform nrw einen umfassenden Einblick in die Sammlungen und Aktivitäten ausgewählter NRW-Museen – und regt damit zugleich auch ein neues Publikum zum Museumsbesuch an. Monatlich 13.000 Besucher*innen belegen das Interesse an diesem einzigartigen Instrument zum interaktiven und kommunikativen Umgang mit Kunst im Netz.

Ein intensiv gepflegter und konstant ausgebauter Newsbereich mit Hinweisen zu Ausstellungen und Veranstaltungen oder Features aus der Kunstszene NRWs gehört ebenfalls dazu. 2013 erhielt die bereits seit zehn Jahren aktive Online-Plattform den bedeutenden Grimme Online Award.

Für den Ausbau dieses Online-Angebots sind wir auf den dauerhaften Beteiligungswillen der Museen angewiesen. Auch wenn die aktive Ausgestaltung derzeit nicht erfolgen kann, laden wir Sie doch herzlich ein, unser breites Angebot zum interaktiven und kreativen Umgang mit der Bildenden Kunst und ihren vielfältigen Formen medialer Vermittlung spielerisch zu erkunden.

Ihr NRW KULTURsekretariat