Rotraut Pape

Rotraut Pape beginnt in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren mit Videoarbeiten und Experimentalfilmen. In den 1990er Jahren bearbeitet sie das durch die neuen Technologien stark veränderte Verhältnis von Mensch und Natur und nutzt eben jene Technologien auch in interaktiven Installationen. Die Prozesse menschlichen Denkens, wie der Natur selbst werden zum poetischen Akt.

Rotraut Pape wird 1956 in Berlin geboren. Sie studiert Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und beginnt 1977 mit ersten Videoproduktionen und ersten experimentellen 16mm-Filmen. Zwischen 1986 und 1990 arbeitet sie im »Kunstraum Frigo« und für »Radio Bellevue« in Frankreich. Gemeinsam mit Andreas Coerper entstehen Videos und Installationen unter dem Namen »Raskin«. Von 1981 bis 1987 arbeitet Pape mit der Performancegruppe »M. Raskin Stichting Ens« und wird Teil der Redaktion des internationalen Videomagazins »Infermental«. Seit 1991 agiert sie sich als Autorin, Regisseurin, Kamerafrau und Online-Editorin für experimentelle Dokumentationen und Themenabende bei arte, ZDF und 3sat. 2004 erhält sie eine Professur für Film und Video an der Hochschule für Gestaltung Offenbach.

Rotraut Pape beginnt in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren mit Videoarbeiten (Marktstr. 1a 1977, Rotron 1982) und Experimentalfilmen (Souterrain 1978,90° 1980, Flieger dürfen keine Angst haben 1984). Installationen (Tempel der Vernunft 1986, Waswaswaswaswas 1990, HerzHausEis 1992) und Videoarbeiten entstehen (Rauchnächte 1990, Du hast kein Herz 1991). In den 1990er Jahren bearbeitet sie das durch die neuen Technologien stark veränderte Verhältnis von Mensch und Natur (Nicht nur Wasser 1995, Früchte vom Baum der Erkenntnis / des Ewigen Lebens 1994 — 99) und nutzt eben jene Technologien auch in interaktiven Installationen wie Real Virtuality / Der Wächter 1998 oder Split Brain 2000. Sie beginnt eine Auseinandersetzung mit Kernspintomografien, die grundsätzlich dreidimensionale Abbildungen liefern und generiert damit verschiedene Arbeiten. In Der Garten (1997) visualisiert sie pseudo-wissenschaftliche Aufnahmen von Obst und Gemüse, in Split Brain arbeitet sie mit Aufnahmen eines männlichen und eines weiblichen Kopfes, die über Sensoren vom Publikum einzeln gesteuert werden können, aber auch miteinander zu kommunizieren in der Lage sind. Je nach Bewegung der Nutzenden drehen und wenden sich die dargestellten Köpfe im Raum. Die Prozesse menschlichen Denkens, wie der Natur selbst werden zum poetischen Akt.

Rotraut Pape zeigt ihre Arbeiten vielfach in Ausstellungen u.a. im Kunstverein Köln 1986, 1998 im Kasseler Kunstverein, 1993 in der Bundeskunsthalle in Bonn, 2002 in der Landesgalerie am Oberösterreichischen Landesmuseum Linz, 2006 im ZKM Karlsruhe, 2007 im Projektraum Deutscher Künstlerbund Berlin. Auf der Documenta VIII ist Pape (M.Raskin Stichting ens.) 1987 vertreten, an Festivals beteiligt sie sich u.a. 1998 und 2007 (Transmediale), 1998 und 2000 (Werkleitz Biennale), 2001 am European Media Art Festival. 2009 sind ihre Arbeiten im Rahmen der Schau »Vom Schrecken der Situation« in der Hamburger Kunsthalle zu sehen.

Rotraut Pape lebt und arbeitet in Hamburg und Berlin.

Literaturauswahl

Pape, R. (Hg.): Sixcon lost media. Offenbach 2002

Tony Conrad, Rotraut Pape, and Chris Hill: Infermental Seven. Buffalo 1988

www.werkleitz.de/~pape

Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger

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