Maria Nordman

Sie bringt die Elemente Licht, Luft, Erde und Wasser in die Stadt, kreiert Orte im öffentlichen Raum, versteht ihre Arbeiten als Angebote. Das, was dann entsteht, ist laut Nordman ein »attention field«. Die Menschen sollen hier die Kräfte der Natur spirituell erleben.

Maria Nordman wird 1943 in Görlitz geboren. An der Universität von Kalifornien in Los Angeles studiert sie bis 1967 Musik, Kunst, Skulptur und Film.
Zunächst entwickelt Nordman Film-Environments und Laserprojektionen (1967 — 1969). Seit 1970 konzipiert sie Räume, die mit minimalen Mitteln komplexe ästhetische Wirkungen erzielen. Sie schafft Orte, die sie mit wenigen Elementen, wie Sonnenlicht, Farbe, Luft, Wasser, Ton strukturiert. Ein wesentliches Moment ist der Mensch, der zum Teil der Arbeit wird.

Maria Nordman fasst ihre künstlerische Position zeitgleich und parallel zur Land Art/Earth Works, Minimal Art und Konzeptkunst. Im Gegensatz zur Land Art, deren Anliegen es ist, sich in die »unberührte« Natur zurückzuziehen, Kunst an weit abgelegenen Orten zu schaffen und sich dem Kunstmarkt durch die Unverkäuflichkeit und die Sperrigkeit sowie der Sprengung des gewohnten Werkbegriffs zu entziehen, schlägt Nordman eine entgegengesetzte Bewegung ein. Sie bringt die Elemente Licht, Luft, Erde und Wasser in die Stadt, kreiert Orte im öffentlichen Raum, versteht ihre Arbeiten als Angebote. Das, was dann entsteht, ist laut Nordman ein »attention field«. Die Menschen sollen hier die Kräfte der Natur spirituell erleben.

Für diese elementaren Erfahrungen kreiert Nordman Orte und Räume in die die Betrachter unmittelbar einbezogen werden. Aber sie betont auch die – in jeder Beziehung – Offenheit ihrer Arbeiten: »The air, the light or the sun, the water, the dialogue of people can’t be affixed or ›installed‹.« (Nordman: De Sculptura – Works in the City, 1986, 10). Nordman arbeitet nur mit Tageslicht,
ihre Arbeiten sind ebenso ephemer. Einige existieren nur kurze Zeit, z.B. in angemieteten Häusern oder gar auf einem Schiff. Aber es entstehen auch für eine lange Dauer angelegte Werke.
Seit vielen Jahren arbeitet Nordman an dem Konzept der Conjunctive New City. Dabei entstehen Zeichnungen und Collagen, die mit Glas gerahmt sind und in passend hergestellten Holzkästen stehend in der Ausstellung zu finden sind. Sie werden auch Standing Pictures genannt. Der Besucher ist selbst aufgerufen aktiv zu werden und die Bilder/Rahmen aus den Kästen zu ziehen, um sie anzusehen, und, nach Maria Nordman, dem Sonnenlicht auszusetzen.

Mit ihren ungewöhnlichen Konzepten für den öffentlichen Raum regt Nordmann immer wieder die Diskussion an, wie Kunst im öffentlichen Raum gedacht und ausgeführt werden und wie beiläufig Kunst erfahrbar gemacht werden kann ohne als solche gekennzeichnet zu sein. Neben Künstlerbüchern entstehen auch theoretische Abhandlungen von Maria Nordman zu den Themen Raum und Skulptur.

Maria Nordmans Werke werden in internationalen Ausstellungen gezeigt. An der Documenta VI-VIII nimmt sie 1977, 1982, 1987 teil, 1987 und 1997 ist sie bei den Skulptur Projekten Münster präsent. Einzelausstellungen finden u.a. in der Renaissance Society in Chicago (1991), im Museum Folkwang in Essen (1997) oder im Museu de Arte Contemporaneo in Porto, Spanien (2007) statt. Nordmanns Arbeiten sind öffentlichen Sammlungen in Frankreich, Deutschland und Belgien vertreten, z.B. im MuHKA in Antwerpen.


Die Künstlerin lebt und arbeitet in Santa Monica, Kalifornien und an den Orten ihrer Arbeit.

Literaturauswahl

Kunst aus Los Angeles der 60er bis 90er Jahre. Ausst.-Kat. Kunstverein Braunschweig, hg. v. K. Grässlin, Köln 2007

Maria Nordman – De Theatro: Ausst.-Kat. Staatsgalerie Stuttgart, hg. v. G. Inboden, Ostfildern-Ruit 1996

Maria Nordman, De Musica – New Conjunct City Proposals: Ausst.-Kat. Westfälisches Landesmuseum Münster u.a., Münster 1993

Situation Kunst für Max Imdahl, Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum, hg. v. J. van den Berg u.a., Düsseldorf 1993

Nordman, M.: De Sculptura – Works in the City. Some Ongoing Questions. München 1986

Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014

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