Ludwig Wilding

Ludwig Wilding fokussiert auf die Wahrnehmung. Er widmet sich Bewegungsphänomenen im Medium des Bildes zu. Die Linie wird zu seiner zentralen Form. Der kinetischen Kunst zugeordnet, profiliert er sich zugleich als konsequenter Vertreter der Op-Art in Deutschland.

Ludwig Wilding wird 1927 in Grünstadt in der Pfalz geboren. 1949 beginnt er ein Studium der Kunstgeschichte an der Universität Mainz, wechselt aber 1950 an die dortige Gewerbeschule, um seine Ausbildung im Bereich der angewandten Kunst fortzusetzen. 1952 geht er an die Kunstakademie in Stuttgart. 1961 wird er Mitglied der Gruppe »Nouvelle Tendance«. 1969 übernimmt Wilding eine Professur an der HFBK in Hamburg, die er bis 1992 innehat. 1999 gründet er die Gruppe AOS (Art of Seeing). Wilding ist Gründer der »Stiftung für Konkrete Kunst und Design« in Ingolstadt (2007), deren Ziel in der Sicherung und Vermittlung von Nachlässen bedeutender Kunstschaffender liegt. Er zeigt seine Arbeiten in Deutschland, aber auch in Paris, Mailand, New York oder Tokyo. Anlässlich seines 80. Geburtstages wird ihm 2007 eine große Retrospektive im Museum für konkrete Kunst in Ingolstadt gewidmet.

Ludwig Wilding fokussiert auf die Wahrnehmung. Er widmet sich Bewegungsphänomenen im Medium des Bildes zu, die Linie wird dabei zu seiner zentralen Form. Der kinetischen Kunst zugeordnet, profiliert er sich zugleich als konsequenter Vertreter der Op-Art in Deutschland. 1955 arbeitet er an ersten Überlagerungsstrukturen, 1960 an bewegungssimulierenden Objekten. In den 1970er Jahren entstehen dann räumliche Irritationen, Anaglyphen-Bilder und stereoskopische Objekte und Bilder mit Präzisionsraster. In den 1980er Jahren schließen sich 3D-Fotografien und 3D-Filme, Psychografien mit Experimenten zu spontanen Handlungsmustern, räumliche Collagen und erneut Bewegungsbilder an, die auf Mikrostrukturen basieren. Die 1990er Jahre sind geprägt von geometrischer Formveränderung, Reflexionsobjekten, Anamorphosen, paradoxen Körpern und stereoskopischen Spalt-Objekten. 2004 entstehen die ersten farbigen Wechselobjekte und Strukturbilder Wildings.

Ludwig Wilding arbeitet mit Formüberlagerungen, Schichtungen und Kontrasten und lotet dabei vor allem die Fähigkeit zur Wahrnehmung zweidimensionaler Formen und dreidimensionaler Objekte aus. Er denkt Linien als Körper, verjüngt sie und weitet sie aus. Hintergründe werden perspektivisch verzerrt, Zentren aus ihrer Mitte genommen. Die Bilder – durchwegs Kleinformate – sind zumeist mit räumlichen Abstand zum Bild gerahmt. Der Objektcharakter der Arbeiten wird dadurch verstärkt. Zum Teil ersetzt Wilding die Glasplatte der Rahmung auch durch eingeschnitte Holz- oder Metallpanele. Ornamentale Strukturen entstehen, die allerdings in ihrer Grundform sehr zurückgenommen sind. Die Arbeit mit der 3D-Fotografie führt Wilding zu transparenten Darstellungen, darunter auch Bild-im-Bild-Konstellationen. Über die Jahre entsteht ein umfangreiches Werk an Scheiben, Formen und Flächen.

Ludwig Wilding lebt und arbeitet in Buchholz bei Hamburg.

Literaturauswahl

Ludwig Wilding. Visuelle Phänomene: Ausst.-Kat. Museum für Konkrete Kunst und Stiftung für Konkrete Kunst und Design, hg. v. T. Hoffmann, Ingoldstadt 2007

Mannoni, L.; Nekes, W. u.a.: Lies and Illusions. The Art of Deception. Drawn from the Werner Nekes Collection, Lund Humphries 2004

Ludwig Wilding. 8 Ideen, Schwarz-weiß. 37 Jahre. 1960 — 1997: Ausst.-Kat. Landesmuseum Mainz, Mainz 1997

Ludwig Wilding. Retrospektive. 1949 — 1987, Kongressdokument, Dillingen/Saar 1987

Ludwig Wilding. Räumliche Irritationen, optische Interferenzen, perspektivische Täuschungen: Ausst.-Kat. Kölnischer Kunstverein, Köln 1973

Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Foto: Tobias Roch, Hagen

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