Kees Barten

Wie in einem Wachstumsprozess verändert sich das Bild mit jedem Arbeitsschritt, jeder Farbschicht. Dabei hinterlässt der Auftrag der dünnen Farbe fast keine Pinselstriche, sodass sich die Spuren des Malens selbst nicht abzeichnen. Im Bild durchdringen sich die Schichten und deuten damit räumliche Tiefe und nuancenreiche Farbenspiele an.

Kees Barten wird 1953 in Geleen (NL) geboren. Er studiert von 1974 bis 1979 an der Academie voor Beeldende Vorming in Tilburg. In seiner ungegenständlichen Malerei konzentriert sich Barten vor allem auf das Zusammenspiel von Farbe und Oberfläche. Er arbeitet seit Jahrzehnten intensiv an einer Reduktion von Formen und Bildsprache: Seine Arbeiten sind zumeist einfarbige Gemälde wie Goud (2009), Malereien in geometrischen Grundstrukturen wie breiten Streifen, zum Beispiel Gebrannte Erde W/H (2008), Kreuze wie im Werk Rotes Kreuz (2008) oder auch farblich klar voneinander abgesetzte Bildhälften wie im Werk Engel rot/schwarz (2009).

Für seine fast monochromen Gemälde verwendet Barten stark verdünnte Ölfarbe. Er trägt sie mit Pinseln auf die Leinwand auf und lässt die Schicht trocknen, darauf folgen weitere Schichten. Es ist ein Prozess, der über Wochen und Monate dauern kann und bei dem bis zu 100 Farbschichten über die gesamte Bildfläche auf die Leinwand aufgetragen werden. Wie in einem Wachstumsprozess verändert sich das Bild mit jedem Arbeitsschritt, jeder Farbschicht. Dabei hinterlässt der Auftrag der dünnen Farbe fast keine Pinselstriche, sodass sich die Spuren des Malens selbst nicht abzeichnen. Im Bild durchdringen sich die Schichten und deuten damit räumliche Tiefe und nuancenreiche Farbenspiele an.

Barten findet in seiner Malerei eine Analogie zur Natur seiner Heimat Limburg. Sie ist dominiert von der Weite der Landschaft, dem oft grauen, schier endlosen Himmel und ihrer melancholischen Stimmung. So wenig präzise sich die Gedanken ausformen lassen, die in solcher Naturanschauung entstehen, so stark wirken sie doch emotional und geistig. Bartens Bilder sind keine direkte Wiedergabe dieser Einflüsse, dennoch sind sie unzweifelhaft durch diese angeregt und von ihnen geprägt. Der lange Schaffensprozess der Werke mag für ein Einsickern, ein langsam sich setzendes, inneres Wirken stehen, an dessen Ende eigentlich kein festes Werk steht, sondern vielmehr eines, das als Stadium in einem kontinuierlichen Wandlungsprozess zu verstehen ist.

Vor allem seit den frühen 2000er Jahren arbeitet Barten in dieser monochromen Manier. In den 1990er Jahren experimentiert er mit einem kleinen Spektrum an Formen. Immer im Medium des Tafelbildes malt er in Tempera, Acryl oder Öl auf Leinwand. Ein schwarzes Kreuz taucht in verschiedenen Varianten auf, das hier allerdings noch stark an eine bedeutungstragende Form erinnert. Es erscheint auf quadratischen Bildtafeln auf weißem Grund, in eigene Farbfelder eingelassen oder kombiniert mit weiteren, reinen Farbflächen. Auch organische Formen kommen vor: Rot-orange Flecken mit unscharfen Konturen ziehen sich vertikal über eine Bildhälfte und verjüngen sich nach unten; sie lassen an sich selbstständig ausbreitende Gewächse denken. Stark an die Tradition der abstrakten expressionistischen Kunst angelehnt sind die Werke aus den 1980er Jahren: In schwarze Rahmen gesetzte Leinwände zeigen bunte Strich-Kompositionen, gleichmäßig über das Bild verteilt. Anders seine Arbeiten auf Papier: Hier malt Barten weiterhin konkrete menschliche Figuren und Gesichter in Aquarell.

Kees Barten zeigt 1987 seine Werke in der Schau »Statue nascendi« im Kulturzentrum Het Bassin in Maastricht, 1988 im Gemeentemuseum, Ostende (B) in der Schau »Open Zicht«, 1991 in der Städtischen Kunstsammlung Eschweiler in der Ausstellung »Mehr vom Leben«. Mehrfach nimmt er am Salon der Gemeinde Sittard-Geleen (NL) teil (2004, 2006), in den Jahren 2002, 2008 und 2009 ist er im kunstraumno. 10 in Mönchengladbach vertreten. Soloausstellungen zeigt er im Kunstverein Heinsberg 1995 und 2011.

Kees Barten wohnt in einem Dorf nahe Limburg und hat ein Atelier in Maastricht.

Literaturauswahl:

Benvenuto Il Venuto: Ausst.-Kat. Gele Zaal Gent, 1992

Kees Barten, Dre Sevens: Ausst.-Kat. Cultuurcentrum Heusden-Zolder, 1992

Open zicht: A(r)t work & het bassin: Ausst.-Kat. Museum voor schone kunsten Ostende, 1988

Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014

Zu Sammlung hinzufügen…

×
×
×

Liebe Besucherinnen und Besucher,

seit 2006 gibt die museumsplattform nrw einen umfassenden Einblick in die Sammlungen und Aktivitäten ausgewählter NRW-Museen – und regt damit zugleich auch ein neues Publikum zum Museumsbesuch an. Monatlich 13.000 Besucher*innen belegen das Interesse an diesem einzigartigen Instrument zum interaktiven und kommunikativen Umgang mit Kunst im Netz.

Ein intensiv gepflegter und konstant ausgebauter Newsbereich mit Hinweisen zu Ausstellungen und Veranstaltungen oder Features aus der Kunstszene NRWs gehört ebenfalls dazu. 2013 erhielt die bereits seit zehn Jahren aktive Online-Plattform den bedeutenden Grimme Online Award.

Für den Ausbau dieses Online-Angebots sind wir auf den dauerhaften Beteiligungswillen der Museen angewiesen. Auch wenn die aktive Ausgestaltung derzeit nicht erfolgen kann, laden wir Sie doch herzlich ein, unser breites Angebot zum interaktiven und kreativen Umgang mit der Bildenden Kunst und ihren vielfältigen Formen medialer Vermittlung spielerisch zu erkunden.

Ihr NRW KULTURsekretariat