Jos Manders

Zentral bestimmt die minimalistische Reduktion auf die Nichtfarbe Weiß sein plastisches Werk, seine Reliefobjekte und Installationen. Anschaulich wirken Manders Reliefobjekte wie sanft hügelige, unberührte Schneelandschaften, wie weiß vernebelte Strandzonen oder haben durchaus auch anthropomorph körperlichen Charakter.

Jos (Josef) Manders wird 1932 in Eindhoven in den Niederlanden geboren. Er studiert dort an der Akademie für Industriedesign und lässt sich als Bildhauer, Objekt- und Reliefkünstler in Bergeijk bei Eindhoven nieder.
Zentral bestimmt die minimalistische Reduktion auf die Nichtfarbe Weiß sein plastisches Werk, seine Reliefobjekte und Installationen. Dieses Weiß kann bei Manders als Putz aufgetragen sein, wie in seinem Beitrag der Kunst-am-Bau –Projekte für die Ruhruniversität Bochum. Dort verkleidet er 1970 den Versorgungskern des Nordgebäudes mit zwei ovoid sphärisch aufeinander zulaufenden Wänden, die vor ihrem Aufeinandertreffen abgerundet sind und so eine schmale, vertikale, dunkle Lücke entstehen lassen. Diese Wände sind von Manders mit matt glänzend geschliffenen Putz überzogen. Die Wandreliefobjekte von Manders, die formal minimalistisch mit konvexen Bauchungen und konkaven Einzügen gestaltet sind, bestehen aus planen, rechteckigen oder quadratischen Trägerflächen mit sorgfältig geglätteten, großformatigen Reliefzonen, die in Polyester der Trägerfläche aufmodelliert sind. Das gesamte Objekt überzieht, bekleidet oder verkleidet Manders mit matt glänzender PVC-Folie.

Anschaulich wirken Manders Reliefobjekte wie sanft hügelige, unberührte Schneelandschaften, wie weiß vernebelte Strandzonen oder haben durchaus auch anthropomorph körperlichen Charakter. Das bipolare Ponderieren von rundbauchig vorkragender Masse und talartigem, sanft gerundeten Einschwingen in die Trägerfläche benennt Manders meist als Communicatie. Er strebt in seinen Wandobjekten immer nach einem harmonisch anschaulich ausgewogenen »Klang« seiner Konvex-Konkavkommunikation. Die Gesamtkomposition eines Reliefobjekts bestimmt er entweder in vertikaler oder horizontaler ein und aus schwingenden Massenabfolge.

Das zeitgleiche Möbeldesign Ende der 1960er Jahre arbeitet mit ähnlichen Mitteln. Zu nennen sind die weiten Liegelandschaften im Soft-Edge-Design aus zeitgemäßen Kunstfasermaterialien oder der aus einem Stück gegossene Plastikfreischwinger Panton-Chair des dänischen Designers Verner Panton, der 1967 auf den Markt kam. So zeichnen sich die Wandreliefs von Manders durch zwei Merkmale aus: es werden zeitgemäße, moderne Materialien verwendet, sein Studiengang Industriedesign ist hier von Relevanz.
Im Van Abbemuseum in Eindhoven hat Manders 1966 seine erste Einzelausstellung. Auf der Docuemnta IV 1968 ist er im Erdgeschoss des Fridericianums mit vier großen Communicatie vertreten, die alle 1968 entstehen. Der Pop-Art nahe stehend, dominiert der formale und farbliche Minimalismus die Wandobjekte von Jos Manders und es ist erstaunlich, wie zeitnah er die alte bildhauerische Technik des Reliefs aktuell interpretieren kann.

Jos Manders stirbt bereits mit 46 Jahren 1978 in Bergeijk bei Eindhoven.

Literaturauswahl

K.J. Geirlandt, J. Hoet, B. de Baere (Hg.): Catalogus van de collectie Museum Van Hedendaagse Kunst Gent, Gent 1988

Jos Manders, Eye level, Stedelijk van Abbemuseum, Eindhoven 1986

T. Frenzken: Jos Manders. Gespreksmomenten, Amsterdam 1970

Jos Manders. Projekten en Objekten: Ausst.-Kat. van Abbemuseum, Eindhoven 1970

Zentrum für aktuelle Kunst (Hg.): Manders. Gegenverkehr, Aachen 1970

Documenta IV, Katalog 1, Kassel 1968

Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Foto: Tobias Roch, Hagen

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