Jacques Delahaye

Die Skulpturen und Zeichnungen Delahayes stoßen in den 1950er und 1960er Jahren, zunächst in Frankreich, dann zunehmend international auf große Resonanz. Mit ihren zerklüftet bewegten und in die Tiefe des Materials greifenden Oberflächen zeugen die meist figürlich-abstrakten, auf starke Kontraste setzenden Skulpturen von einem veränderten Verständnis der Plastik in jener Zeit.

Jacques Delahaye wird 1928 in Paris geboren. Er studiert an der École des Arts Appliqués und der École des Beaux-Arts in Paris, tritt 1952 erstmals im Ausstellungskontext des Salon de la Jeune Sculpture in Paris auf. 1975 — 1993 erhält er eine Professur an der École des Beaux-Arts in Paris.

Die Skulpturen und Zeichnungen Delahayes stoßen in den 1950er und 1960er Jahren, zunächst in Frankreich, dann zunehmend international auf große Resonanz. Sie werden von den Kunstkritikern Pierre Restany, Michel Tapié und Manfred de la Motte rezipiert und 1957 im Rahmen von Restanys Ausstellung »Espaces imaginaires« (imaginäre Räume) ausgestellt. Mit ihren zerklüftet bewegten und in die Tiefe des Materials greifenden Oberflächen zeugen die meist figürlich-abstrakten, auf starke Kontraste setzenden Skulpturen von einem veränderten Verständnis der Plastik in jener Zeit. Zunächst arbeitet Delahaye mit Alltagsmaterialien wie Papier oder Wellpappe, deren Formbarkeit und Oberflächenstruktur er auslotet. 1960 wird das Wachsausschmelzverfahren des Metallgusses (»verlorene Form«) zum neuen Feld seiner skulpturalen Arbeit. Die Figuren werden nun kleiner, die Oberflächen mit Graten und Höhlungen bewegter, teils in abstrakten Formgebilden ganz aufgeworfen. Mit ihren gestisch-dynamischen Qualitäten werden sie auch als skulpturale Variante informeller Kunst betrachtet.

Im Jahr 1959 ist der Künstler mit der Skulptur Cavalier II auf der Documenta II und der ersten Skulpturen-Biennale von Paris, 1965 auf der Biennale Tokyo vertreten. Delahayes Werke werden seit den ausgehenden 1950er Jahren im Rahmen von Ausstellungen, so u.a. 1957 im Zuge der Wanderausstellung »L’Art Informel« (Tokio, Turin, Düsseldorf) gezeigt. Nach den Ausstellungen 1962 in der Neuen Galerie im Künstlerhaus München und 1965 im Musée d’Art Moderne in Paris zieht sich Delahaye jedoch aus dem Kunstbetrieb zurück und widmet sich der Lehre, seine Bronzeplastiken geraten zunehmend in Vergessenheit.
Mit einer Ausstellung von Skulpturen und Zeichnungen im Kunstverein Villa Wessel im Jahr 2006 erfahren Delahayes Werke eine erneute, späte Würdigung.

Jacques Delahaye lebt in Offranville/ Normandie.

Literaturauswahl

Bergenthal, Th.; Stracke, J. (Hg.): Der Bildhauer Jacques Delahaye – le sculpteur Jacques Delahaye, Bönen 2006

Delahaye: Ausst.-Kat. Neue Galerie im Künstlerhaus, München 1962

Hoctin, L.: Jacques Delahaye, in: L’ oeil, 76 (1961), 52 — 57

Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum

Zu Sammlung hinzufügen…

×
×
×

Liebe Besucherinnen und Besucher,

seit 2006 gibt die museumsplattform nrw einen umfassenden Einblick in die Sammlungen und Aktivitäten ausgewählter NRW-Museen – und regt damit zugleich auch ein neues Publikum zum Museumsbesuch an. Monatlich 13.000 Besucher*innen belegen das Interesse an diesem einzigartigen Instrument zum interaktiven und kommunikativen Umgang mit Kunst im Netz.

Ein intensiv gepflegter und konstant ausgebauter Newsbereich mit Hinweisen zu Ausstellungen und Veranstaltungen oder Features aus der Kunstszene NRWs gehört ebenfalls dazu. 2013 erhielt die bereits seit zehn Jahren aktive Online-Plattform den bedeutenden Grimme Online Award.

Für den Ausbau dieses Online-Angebots sind wir auf den dauerhaften Beteiligungswillen der Museen angewiesen. Auch wenn die aktive Ausgestaltung derzeit nicht erfolgen kann, laden wir Sie doch herzlich ein, unser breites Angebot zum interaktiven und kreativen Umgang mit der Bildenden Kunst und ihren vielfältigen Formen medialer Vermittlung spielerisch zu erkunden.

Ihr NRW KULTURsekretariat