Hugo Demarco

Der Zugang zu seinen Arbeiten ist die visuelle Erfahrung von Veränderlichkeit, von wechselvollen Lichteffekten, Farberscheinungen, Formkreationen und räumlichen Formlokalisierungen. Licht- und Farbführung sind bestimmende Merkmale von Demarcos zumeist in seriellen Strukturen angelegten reflektierenden Glas- und Spiegelobjekte.

Hugo Demarco wird 1932 in Buenos Aires geboren. Seit 1957 dort Professor für Malerei und Grafik, verlässt er Ende der 1950er Jahre Argentinien und geht nach Paris, wo er sich schnell der südamerikanischen Künstlergemeinschaft um Julio Le Parc und Jesús Rafael Soto anschließt.

Demarco beschäftigt sich in seinen Objekten intensiv mit Licht und Bewegung. Licht- und Farbführung sind bestimmende Merkmale seiner zumeist in seriellen Strukturen angelegten reflektierenden Glas- und Spiegelobjekte. Dabei werden die Farb- und Reflexionseigenschaften der bild- und objekthaft anmutenden kinetischen Objekte in ihren oft flachen Kästen sowohl durch die Bedingungen im Raum bestimmt wie sie reflektierend in diesen zurückwirken. Entscheidender Zugang zu Demarcos – meist auch entsprechend betitelten – Arbeiten ist die visuelle Erfahrung von Veränderlichkeit, von wechselvollen Lichteffekten (Réflexion changéante, 1961), Farberscheinungen, Formkreationen (Réflexion transformable, 1963) und räumlichen Formlokalisierungen (Relief à deplacement continuelle, 1966). Sie sind ebenso abhängig von der technischen Objekteinrichtung und den zum Teil verwendeten motorisierten Elementen, dem umgebendem Raum- und Lichtkontext. Auch der jeweiligen Betrachtungsstandort und die Wahrnehmungserfahrungen sind bedingende Faktoren.

1960 stellt Demarco gemeinsam mit der Groupe de Recherche d’Art Visuel (GRAV), der u.a. neben den argentinischen Künstlern Horacio Garcia-Rossi und Julio Le Parc auch François Morellet und Joel Stein angehören, in seinem Atelier in Paris aus. Ähnlich zeitgleichen Bewegungen in Deutschland oder den USA findet auch in Paris die Beschäftigung mit Licht und Bewegung unter den Vorzeichen einer Befreiung der Kunst aus der Tradition der Moderne, einer verstärkten Einbindung der Betrachtenden in den künstlerischen Prozess und der Synthese von Kunst und Leben unter veränderten, technisierten Lebensbedingungen statt. So widmet sich die Gruppe vor allem der wissenschaftlich-experimentellen Erforschung neuer Möglichkeiten der kinetischen Kunst. Demarco kommt diesen Vorstellungen mit kinetischen Objekten nach, die auf klaren Strukturen basieren und an denen er das Wirkpotenzial vielfach sichtdurchlässiger, reflektierender Materialien und beweglicher Elemente untersucht.

Neben kinetischen Arbeiten realisiert Demarco auch verschiedene Filmprojekte, darunter die Filmbeiträge »Le Mouvement« (1966), »Lumière et mouvement«, eine Produktion für das französische Fernsehen aus dem Jahr 1967, »Arte cinetica, Demarco« für das argentinische Fernsehen (1969) oder auch »Art Cinétique« von 1977.

Gemeinsam mit Horacio Garcia Rossi und Carlos Cruz-Diez beteiligt sich Demarco an Gemeinschaftsausstellungen. 1960, 1961 und 1967 widmet ihm die Galerie Denise René in Paris (»Le Mouvement«, 1955) verschiedene Einzelausstellungen. 1968 ist Demarco mit einem kinetischen Raumobjekt auf der Documenta IV vertreten. In den letzten Jahren werden seine Werke im Rahmen thematischer Ausstellungen, so u.a. 2002 in der Schau »Drehen, Kreisen, Rotieren« im Museum Pfalzgalerie in Kaiserslautern, 2005 in der Ausstellung »Lichtkunst aus Kunstlicht« im ZKM, Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe gezeigt. 2008 sind Arbeiten Demarcos im MNAC – Museu do Chiado in Lissabon präsent.

Hugo Demarco stirbt 1995 in Paris.

Literaturauswahl

Kimpel, H.; Stengel, K.: Documenta IV 1968, Internationale Ausstellung. Eine fotografische Rekonstruktion: Ausst.-Kat. (Schriftenreihe des Documenta-Archives) Bremen 2007

Lichtkunst aus Kunstlicht, Licht als Medium der Kunst im 20. und 21. Jahrhundert: Ausst.-Kat. ZKM, Ostfildern-Ruit 2006

Kunst in Bewegung. Aktion – Kinetik – Neue Medien, Filmbeiträge zur Kunst der Gegenwart, DVD, Ostfilder-Ruit 2004

Documenta IV. Internationale Ausstellung: Ausst.-Kat. 2 Bde. Kassel 1968

Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Foto: Tobias Roch, Hagen

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