Hörner/Antlfinger

Ihre Themen umkreisen die Veränderungen unserer Alltags- und Arbeitswelt durch Technologien, ihre Möglichkeiten und Grenzen. Die Visionen, die immer neue Computer- und Internettechnologien hervorbringen, und die Präsenz, die sie in unserer Lebenswirklichkeit entfalten – ich bin online, also bin ich – durchwirken Hörner/Antlfingers Werk.

Das Künstlerduo Ute Hörner (geboren 1964 in Karlsruhe) und Mathias Antlfinger (geboren 1960 in Limburg an der Lahn) blickt auf bald drei Jahrzehnte gemeinsamen Kunstschaffens zurück: Beide studieren von 1986 bis 1991 an der Akademie der bildenden Künste Stuttgart; Hörner Bildhauerei, Antlfinger Kunsterziehung. Antlfinger absolviert parallel ein Mathematikstudium an der Universität Stuttgart. Anfang der 1990er Jahre wechseln sie ins Rheinland. Während Antlfinger von 1991 bis 1996 für das Studium der Freien Kunst an die Düsseldorfer Kunstakademie geht, setzt Hörner ihre Studien von 1993 bis 1996 mit einem Postgraduiertenstipendium an der Kunsthochschule für Medien in Köln fort.

1998 übernimmt Ute Hörner die Leitung des Videokunstfestivals Videonale 8 im Kunstverein Bonn (mit Judith Ruzicka). Von 1999 bis 2008 ist sie Professorin für Kunst und Medien an der Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design, Halle; Mathias Antlfinger ist dort von 1999 bis 2005 künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter. Seit 2009 sind sie Professoren an der Kunsthochschule für Medien, Köln.

Ihre Themen umkreisen die Veränderungen unserer Alltags- und Arbeitswelt durch Technologien, zum Beispiel die internetbasierten Kommunikationsmedien, ihre Möglichkeiten und Grenzen. Die Visionen, die immer neue Computer- und Internettechnologien hervorbringen, und die Präsenz, die sie in unserer Lebenswirklichkeit entfalten – ich bin online, also bin ich – durchwirken Hörner/Antlfingers Werk. Die Künstler hinterfragen die Auswirkungen, die der so selbstverständliche Einsatz von Computern in unserem Alltag mit sich bringt, wobei das »Denken durch dieses Instrument geprägt wird, das dennoch mehr als ein Werkzeug ist. Der Computer ist eine evozierende Maschine (…) und diese Maschine wird von der gesamten Gesellschaft genutzt. Alles könnte nun näher zusammenrücken – Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft – die große Utopie.« (zit. n.: Hans Ulrich Obrist – Hörner/Antlfinger: »Vier Emailinterviews«, in: Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI (Hg.): ars viva 00/01 – Kunst und Wissenschaft, Berlin 2000, 8)

Den Ausgangspunkt ihrer Arbeit bilden jeweils vor allem Recherchen und Gespräche mit Experten und anderen Nutzern dieser Techniken. Dem offenen Prozess entsprechend steht auch nicht notwendigerweise ein festgefügtes »Werk« am Ende, sondern es kann eine Computeranimation, eine Plastik, eine Installation, aber auch ein Projekt oder ein Interview sein. So kommen die Künstler zu bisweilen ironischen Ergebnissen und einem »Spiel mit Extremen« – wie zum Beispiel dem Meditationsraum für Avatare im Jahr 2001 (ebd., 9).

Hörner/Antlfinger zeigen ihre Arbeiten international auf vielen Festivals wie auf der Videonale in Bonn und der Ars electronica. Ihre ersten Solo-Ausstellungen sind 1992 im Ausstellungsraum Frankfurt und im Kunstinstitut e.V. Stuttgart zu sehen. In engem Abstand folgen Ausstellungsteilnahmen und Solo-Schauen unter anderem in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst, Berlin, dem Museum am Ostwall, Dortmund, der 4711 Fabrik, Köln, der Kunsthalle Düsseldorf und dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe. Außerdem erarbeiten sie Projekte zu konkreten Anlässen wie Vote für XObjects zur Bundestagswahl im Bonner Kunstverein 1998.

Das Duo ist vielfach ausgezeichnet: Unter anderem erhalten sie 2001 den Förderpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI, 2006 ein Projektstipendium der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt, 2007 den Kunstpreis der Stadt Limburg, 2011 den Project Grant des Edith Russ-Hauses für Medienkunst Oldenburg. 2011 sind sie Artists in Residence am Digital Art Center in Taipei, 2012 bekommen sie einen Anerkennungspreis der Art Electronica, Linz.

Hörner und Antlfinger leben und arbeiten in Köln.

Literaturauswahl:

Lähnemann, Ingmar (Hg.): Hörner/Antlfinger. Discrete Farms. Edith-Russ-Haus für Medienkunst, Berlin 2012

Bilder in Bewegung: Ausst.-Kat. Museum Ludwig, Köln, hg. v. Barbara Engelbach, Köln 2010

Videonale 12: Festival für Zeitgenössische Videokunst. Videokunst von den Klassikern bis heute: Ausst.-Kat. Kunstmuseum Bonn, hg. v. Georg Elben, Bonn 2009

Neue Gesellschaft für bildende Kunst (Hg.): Der blinde Fleck, Berlin 2008

Städtische Galerie Backnang/Martin Schick (Hg.): hörner|antlfinger – Figures, Berlin 2004

Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI (Hg.): ars viva 00/01 – Kunst und Wissenschaft, Berlin 2000

Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum

Zu Sammlung hinzufügen…

×
×
×

Liebe Besucherinnen und Besucher,

seit 2006 gibt die museumsplattform nrw einen umfassenden Einblick in die Sammlungen und Aktivitäten ausgewählter NRW-Museen – und regt damit zugleich auch ein neues Publikum zum Museumsbesuch an. Monatlich 13.000 Besucher*innen belegen das Interesse an diesem einzigartigen Instrument zum interaktiven und kommunikativen Umgang mit Kunst im Netz.

Ein intensiv gepflegter und konstant ausgebauter Newsbereich mit Hinweisen zu Ausstellungen und Veranstaltungen oder Features aus der Kunstszene NRWs gehört ebenfalls dazu. 2013 erhielt die bereits seit zehn Jahren aktive Online-Plattform den bedeutenden Grimme Online Award.

Für den Ausbau dieses Online-Angebots sind wir auf den dauerhaften Beteiligungswillen der Museen angewiesen. Auch wenn die aktive Ausgestaltung derzeit nicht erfolgen kann, laden wir Sie doch herzlich ein, unser breites Angebot zum interaktiven und kreativen Umgang mit der Bildenden Kunst und ihren vielfältigen Formen medialer Vermittlung spielerisch zu erkunden.

Ihr NRW KULTURsekretariat