Heinz Mack

Gemeinsam mit Otto Piene und Günther Uecker gründet Mack 1957 unter programmatischem Titel die Gruppe ZERO und gibt eine gleichnamige Zeitschrift heraus. Licht, Bewegung, Raum, Zeit, Dynamik, Vibration und serielle Strukturen sollen die Distanz zum »Übermaß an psychologischem Ballast« bei Informel und Tachismus ausdrücken.

Der 1931 in Lollar / Hessen geborene Heinz Mack ergreift 1950 — 53 das Studium der Kunst- und Werkerziehung an der Kunstakademie Düsseldorf, ab 1953 das Studium der Philosophie, das er 1956 an der Universität Köln abschließt. Bis 1964 arbeitet Mack als Kunsterzieher.

Mitte der 1950er Jahre begegnet Mack den Künstlern George Mathieu, Jean Tinguely und Yves Klein. Mack setzt sich mit der informellen Malerei auseinander und entwickelt monochrome schwarze oder weiße Dynamische Strukturen, die er zunächst in der Malerei, später in Gips- und Metallreliefs umsetzt. Gemeinsamm mit Otto Piene und Günther Uecker gründet Mack 1957 unter programmatischem Titel die Gruppe ZERO und gibt eine gleichnamige Zeitschrift heraus. Licht, Bewegung, Raum, Zeit, Dynamik, Vibration und serielle Strukturen sollen die Distanz zum »Übermaß an psychologischem Ballast« bei Informel und Tachismus ausdrücken. Die legendären »Abendausstellungen« der Gruppe sollen einen Neuanfang bei »0« (Zero) dokumentieren. 1966 findet die letzte gemeinsame Ausstellung von ZERO statt.

Mack entwickelt Ende der 50er Jahre Stelen, Kuben, durch elektrische Motoren betriebene Skulpturen und Rotoren mit Aluminiumfolie und Wellglasscheiben. Seiner Idee der »immateriellen Erscheinungsweise von Gegenständen« durch die Brechung und Reflexion von Licht folgend, widmet er sich Phänomenen der Veränderlichkeit, die unmittelbaren Einfluss auf die Erscheinungsweise seiner Objekte haben, ja diese konstituieren. 1959 nimmt Mack an der Documenta II, 1964 mit Piene und Uecker an der Documenta III (Lichtraum) teil. Mehrere Reisen führen ihn in den 60er Jahren nach Nordafrika. Er konzentriert sich nun vor allem auf die lichtkinetische Skulptur. Mit mit dem Sahara Projekt 1968 – einem künstlichen Lichtgarten in der Wüste auf elf Meter hohen Stelen – stellt er raumbezogene wie kosmologische Bezüge her. Macks gattungsumspannenden Methoden werden an den Gestaltungen öffentlicher Plätze, Architekturen, Innenräumen und architektonischen Lichtarrangements an Großbauten seit den ausgehenden 60er Jahren (Beisel-Haus, 1991) deutlich. Neben fotocollagierten Entwürfen schließen diese auch die bildhauerische Arbeit ein.

Das Prinzip seiner Dynamischen Strukturen erweitert Mack in den 70er Jahren und fertigt aus Materialien der Raketenindustrie geformte Lichtreliefs und Lichtflügel.Durch die ebenso engelsgleichen wie technoiden Objekte konfrontiert er bewusst Traum und Wirklichkeit. 1975 erhält Mack eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste Berlin, die er bis 1992 innehat.

In den 80er Jahren arbeitet Mack parallel mit traditionellem Bildhauermaterial und überarbeitet frühe Entwürfe. Zahlreiche Bühnenbilder und filmische Dokumentationen (TELE-MACK, 1968), auch eigene Texte entstehen. Das bildhauerische Werk, das heute einen Schwerpunkt von Macks Arbeit ausmacht, zeichnet sich durch traditionelle Materialien und Techniken, die Kombination verschiedener Werkstoffe (Holz, Granit, Glas) und Formen (Quadrat, Kreis, Kreuz) aus. Daneben prägen in jüngerer Zeit neben malerischen Arbeiten auch Platz- und Kirchengestaltungen (Jürgen-Ponto-Platz, Frankfurt; Platz der Deutschen Einheit, Düsseldorf), Keramikskulpturen, Mosaike und monumentale Objekte das multimedial angelegte Werk.

Seit den ausgehenden 50er Jahren werden Macks Arbeiten vielfach ausgestellt, u.a. in der Galerie Schmela oder 1966 in der Howard Wise Gallery N.Y. und im Rahmen von Museumsausstellungen, u.a. 1965 in der Kestner-Gesellschaft, der Biennale Venedig 1970, im Städtischen Museum Abteiberg Mönchengladbach (2001) oder auch 2006 im Rahmen der Düsseldorfer Zero-Ausstellung.

Heinz Mack lebt und arbeitet in Mönchengladbach.

Literaturauswahl

ZERO Internationale Künstler-Avantgarde der 50er/60er Jahre: Ausst.-Kat. Museum Kunst Palast, Düsseldorf 2006

Mack, Heinz: Ein Buch der Bilder zum West-Östlichen Divan von Johann-Wolfgang v. Goethe, Mönchengladbach 1999

Schmied, W. (Hg.): Utopie und Wirklichkeit im Werk von Heinz Mack, Köln 1998

Ruhrberg, Karl (Hg.): Sehverwandtschaften im Werk von Heinz Mack, Stuttgart 1989

Honisch, D.: Mack – Skulpturen 1953 — 1986. Werkverzeichnis, Düsseldorf, Wien 1986

Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger

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