H.D. Schrader

Systematisch und konstruktiv widmet sich HD Schrader in allen künstlerischen Techniken dem Quadrat, dem Würfel, dem Kubus. Er variiert diese geometrischen Grundformen als Gitter oder Block in vielfacher anschaulicher Durchdringung.

HD (Hans-Dietrich) Schrader wird 1945 im thüringischen Bad Klosterlausnitz geboren. In den Jahren 1963 bis 1965 hält er sich in San Francisco auf. Ab 1965 studiert er unter Max Hermann Mahlmann an der ehemaligen Werkkunstschule in Hamburg und widmet sich bereits dort besonders dem konstruktiven Gestalten, das bis heute sein zeichnerisches, malerisches und bildhauerisches Werk bestimmt. Auch seine Objekte und Animationen basieren auf dem »Kunstraum Kubus«. Mit seinem Studienabschluss 1969 hat Schrader seine erste Einzelausstellung in der Galerie des Städtebauministeriums in Bad Godesberg. Unter anderem durch sie kann Schrader in der Folgezeit Monumentalskulpturen für den öffentlichen Stadtraum entwerfen. Im Jahr 1972 ist er Mitbegründer des internationalen Arbeitskreises für systematische, konstruktive Gestaltung (IAFKG) in Antwerpen, der sich 1980 im Kunsthaus Hamburg mit einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Seit 1986 hat HD Schrader eine Professur an der Fachhochschule in Dortmund inne. In China nimmt er 2005 erstmals an einem Symposion für Malerei in der Stadt Wuyishan teil, 2011 ist er mit seinem Werk im Today Art Museum in Peking vertreten.

Systematisch und konstruktiv widmet sich HD Schrader in allen künstlerischen Techniken dem Quadrat, dem Würfel, dem Kubus. Er variiert diese geometrischen Grundformen als Gitter oder Block in vielfacher anschaulicher Durchdringung. Seit Beginn der 1970er Jahre dominiert die Skulptur für den öffentlichen Raum sein Werk. Es entstehen großformatige Rahmenrastergitter aus Kanteisen, deren rechte Winkel entweder Bestand haben oder verzogen sind. Das Metall- oder Holzmaterial ist immer entweder grell rot oder tief schwarz lackiert, so dass auch die Farbigkeit das systematisch Konstruktive betont. Ausgehend von seinem »Kunstraum Kubus« entstehen die Werkreihen Vom Kubus zum Kubus der 70er Jahre, dem auch die gleichnamige Arbeit im Kunstmuseum Gelsenkirchen von 1974 angehört.

Schraders Werkreihe Viereck und Viereck basieret auf quadratischen Gestängen, die aber aber axial in sich gebrochen und verkantet sind. Vor der Fassade von Schloß Gottdorf bei Schleswig steht ein grell rotes Viereck und Viereck von 1986 und betont in seiner gebrochenen Axialität hier die strenge axiale Ordnung der Barockarchitektur. Es folgen Anfang der 1990er Jahre die Arbeiten Kubusbalance. Schrader erweitert dieses Konzept 1992 durch Vielecke kreisen im Kubus. Mit seinen cubecuts und cubecracks der Jahre 1993/94 zerteilt Schrader kubische Hohlkörper in Fragmente, die wie sein Cubecrack Nr.1 von 1996 in Herne eigenständig zentrierend und fokussierend, eine Parklandschaft bestimmen. Schraders elastic cubes, die ab 1999 entstehen, umfangen weiträumig mit spitzwinklig verzogenen Kanten Bäume und rahmen so die Naturform mit und durch die Kunstform.

Schraders permanente Variation der Kuben ist der konkreten Kunst verpflichtet, profitiert aber sicher auch von der amerikanischen Minimal Art. Die Gitterrasterobjekte von Sol Le Witt oder die Kubuskastenreihen von Donald Judd lassen ihre Vorbildlichkeit erkennen. In den 1970er Jahren tendieren die Arbeiten Schraders auch zur Op Art, da sie illusionistische optische Suggestionen variieren. Es ist erstaunlich, wie viele anschauliche Möglichkeiten Schrader in seiner strengen Begrenzung von Form und Material erarbeitet. Seine Kubendeklination steigert Schrader beispielsweise mit seiner Kubushochzeit von 2007, an der sich zwei hochrechteckige Stahlrahmen furchdringen, für den Völklinger Stadtraum ins Monumentale.

HD Schrader lebt und arbeitet in Hamburg und Osterhever.

Literaturauswahl

HD Schrader: Woodwatchers and Others: Ausst.-Kat. Ludwigmuseum im Deutschherrenhaus, Koblenz; Today Art Museum Beijing, 2010/11

Die Kubushochzeit. Ausst.-Kat. hg. v. Saarstahl AG, Bönen 2007

E. Gomringer, HD Schrader: Dabei sein mittun, Zürich 2000

HD Schrader, Kunstraum Kubus. Ausst.-Kat. der Museen in Schleswig-Holstein, Bd. 44, hg. v. J. Hemker, 1998

F. Mon: HD Schrader, Ausgeartetes Auspunkten, Zürich 1997

HD Schrader: Konstruktive Kunst und Architektur: Ausst.-Kat. Kunsthaus Hamburg, internationaler Arbeitskreis für systematische konstruktive Gestaltung, Hamburg 1980

Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014

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