Haus Rucker – Co

Die Architekten-Künstlergemeinschaft siedelt sich bewusst zwischen Design, Aktionskunst, zwischen all jenen künstlerischen Formaten an, die ebenso Raum und Räume wie deren Konnotationen betreffen. Zahlreiche Projekte bleiben virtuell, geben zeichnerische und modellhafte Planungsmöglichkeiten und Eingriffe in den öffentlichen Raum vor oder nehmen politisch-apellhaften Charakter an.

Die österreichische Architekten-Künstlergemeinschaft wird 1967 in Wien von Laurids Ortner (geb. 1941) sowie Günter Zamp Kelp (geb. 1941) gegründet. Später treten Manfred Ortner (geb. 1943) und Klaus Pinter (geb. 1940) hinzu. »Haus-Rucker-Co« verweist auf die Herkunft der drei Künstler. »Hausruck« bezeichnet einen Bergzug in Oberösterreich, »Haus-Rucker« ist Name und Konzept zugleich: Im übertragenen Sinn beschreibt er die Tätigkeit, alte Häuser wegzu-rucken und Platz für neue Gestaltungsmöglichkeiten zu schaffen.

1970 lässt sich die Vereinigung in Düsseldorf, 1971 in New York mit dem Ziel nieder, Architektur und Kunst in Beziehung zu einem veränderten Umweltbewusstsein zu setzen (pneumatische Environments: Ballon für Zwei, 1967). Als »provisorische Architektur« aus deinstallierbaren Materialien verstehen die Architekten ihre Entwürfe und Installationen, die in Wien, Düsseldorf, Krefeld und New York, beispielweise mit dem utopischen Plan zur New Yorker Stadterweiterung Pneumacosmvon 1967 entstehen. Die Architekten-Künstlergemeinschaft siedelt sich bewusst zwischen Design, Aktionskunst, zwischen all jenen künstlerischen Formaten an, die ebenso Raum und Räume wie deren Konnotationen betreffen (Riesenbillard 1970). Zahlreiche Projekte bleiben virtuell, geben zeichnerische und modellhafte Planungsmöglichkeiten und Eingriffe in den öffentlichen Raum vor oder nehmen, wie die Überbauung des Hauses Lange in Krefeld (Cover, 1971), politisch-apellhaften Charakter an.

1972 spaltet sich die Gruppe in einerseits »Haus-Rucker-Co« in Düsseldorf (Ortner & Ortner, Zamp Kelp) und »Haus-Rucker-Inc.« in New York (Pinter, Michels), die bis 1977 besteht. Klaus Pinter arbeitet anschließend als Künstler, Caroll Michels als Journalistin. Haus-Rucker-Co nimmt an der Documenta 5 und 6 teil (Oase Nr. 7; Rahmenbau Linz). Ende der 70er Jahre zielen die Projekte deutlicher auf nutzungsorientierte Architektur (Projekt Rauchstraße, Berlin 1980).

1987 gründen Laurids Ortner & Manfred Ortner und Günter Zamp Kelp eigenständige Architekturbüros. 1992 löst sich auch »Haus-Rucker-Co« auf.



Literaturauswahl

Ortner & Ortner: 3 Bauten für Europäische Kultur, Klagenfurt, Köln 1998

Ortner & Ortner: 2 Baukunstwerke, Berlin 1994

Ortner & Ortner: Baukunst, Linz, Köln 1993

Haus-Rucker-Co, Denkräume – Stadträume 1967 — 1992: Ausst.-Kat. Kunsthalle Wien, hg. v. D. Bogner, Klagenfurt 1992

Haus-Rucker-Co, 1967 — 1983: Ausst.-Kat. Frankfurt 1983

Design ist unsichtbar, hg. v. Helmuth Gsöllpointner, Angela Hareiter, Laurids Ortner, Wien 1980

Ortner, Laurids: Provisorische Architektur, Wien 1976

Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum

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