Hans Werdehausen

Zusammen mit Emil Schumacher, Ernst Hermanns und anderen ist Werdehausen 1948 Mitbegründer der Künstlergruppe »junger westen«. Werdehausen arbeitet bereits zu dieser Zeit in freier, gestischer Malerei.

Hans Werdehausen wird am 5. Februar 1910 in Bochum geboren. Nach der Volksschule absolviert er von 1924 bis 1929 zunächst eine Lehre im Malerhandwerk. In den Jahren 1932 bis 1935 studiert er unter Kay H. Nebel, einem Vertreter der Neuen Sachlichkeit, Malerei an der Kunsthochschule in Kassel. 1936 hält sich Werdehausen für ein Jahr auf Sizilien auf. 1937 lässt er sich schließlich als freischaffender Künstler in Essen nieder. 1939 zum Kriegsdienst eingezogen, wird er 1942 entlassen und wählt Bödexen bei Höxter als Wohn- und Arbeitsort.

Zusammen mit Emil Schumacher, Ernst Hermanns und anderen ist Werdehausen 1948 Mitbegründer der Künstlergruppe »junger westen«, die sich der gegenstandslosen, gestischen Malerei verschrieben hat. Die Gruppe, deren Name programmatischen Charakter besitzt, erhofft sich im Nachkriegsdeutschland den Anschluss an die europäische Moderne. Sie begründet eine spezifische Form gestischer Abstraktion, die in enger Verbindung zu den Ansätzen von Hann Trier, Karl Wilhelm Nay und Karl Otto Götz stehend, gleichermaßen Impuls gebend wie kennzeichnend für die künstlerischen Tendenzen im Rhein-/ Ruhrgebiet in jenen Jahren wird.

Werdehausen arbeitet bereits zu dieser Zeit in freier, gestischer Malerei. Seine Gemälde der 1950er Jahre zeigen eher gedeckte Farben, die durch schwarze und weiße Grafismen rhythmisch überlagert werden, wie dies u.a. seine Arbeit Quadrant von 1950 beispielhaft zeigt. Im Laufe der 60er Jahre nimmt Werdehausen wieder durch Kontur begrenzte, konkrete Formen auf oder verwendet starke Buntfarben mit klarem Farbgrenzkontur in harten Komplementärkontrasten. Diese Werkphase veranschaulichen die beiden großen Wandgemälde im Foyer des Festspielhauses in Recklinghausen, die Werdehausen unter den Titeln Aufbruch der Elemente und Vermählung der Elemente 1965 in Mischtechnik auf Putz erarbeitet. Er bringt damit monumentale und markant vitale Gesten in die klare, kubische Architektur. Grundsätzlich versteht Werdehausen seine Malerei als Zeitbilder, ein Ansatz, der konkret und im wörtlichen Sinne auch in den Arbeiten von K.R.H. Sonderborg verfolgt wird.

Werdehausens künstlerisches Arbeiten wird früh durch den Kunstpreis des »jungen westen« der Stadt Recklinghausen im Jahr 1950 gewürdigt. Mitglied im Deutschen Künstlerbund ist Werdehausen ab 1952. Auf der Documenta II, 1959, ist er u.a. mit seiner Arbeit Partita in Weiß von 1958 vertreten. Die Arbeit an den Grenzen der Künste dokumentiert auch sein Bühnenbild für Shakespeares Drama »Richard III«, das er 1961 für das Schauspielhaus in Düsseldorf entwirft.

Am 5. Juli 1977 stirbt Hans Werdehausen in Bödexen bei Höxter.

Literaturauswahl

Formen zum Explodieren bringen. Werke des deutschen Informel auf Papier: Auss.-Kat. Kunsthalle Recklinghausen, hg. von H.-J. Schwalm, Recklinghausen 2010

H.-J. Schwalm, F. Ullrich (Hg.): Kunst im öffentlichen Raum in Recklinghausen, Recklinghausen 2008

F. Ullrich, H.-J. Schwalm (Hg.): Im Zeichen der Abstraktion. Die Künstlergruppe »junger westen« 1948 bis 1962, Bielefeld 2008

P. Bormann: Auf leerem Grund, o.O., 2001

Hans Werdehausen: Meine Bilder sind Zeitbilder, o.O. 1994

Hans Werdehausen: Ausst.-Kat. Städtische Kunsthalle Recklinghausen, Recklinghausen 1979

Hans Werdehausen: Gemälde und Handzeichnungen: Ausst.-Kat. Museum Folkwang, Essen 1967

Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger

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