Dellbrügge & de Moll

Ihr erklärtes Ziel ist, aus dem Raum der Kunst heraus Veränderung zu initiieren. Dellbrügge & de Moll arbeiten seit 1984 zusammen. In den vergangenen fünfundzwanzig Jahren entwickeln sie kontext- und medienübergreifende Konzepte an der Schnittstelle von ästhetischem und alltäglichem Denken und Handeln in öffentlichen, digitalen und institutionellen Räumen.

Christiane Dellbrügge wird 1961 rund 275 Kilometer westlich von Chicago in dem Städtchen Moline in Illinois geboren. Ralf de Moll, ebenfalls Jahrgang 1961, stammt aus dem saarländischen Saarlouis. Beide studieren an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Dellbrügge & de Moll arbeiten seit 1984 zusammen, seit 1988 in Berlin. In den vergangenen fünfundzwanzig Jahren entwickeln sie kontext- und medienübergreifende Konzepte an der Schnittstelle von ästhetischem und alltäglichem Denken und Handeln in öffentlichen, digitalen und institutionellen Räumen. Sie beginnen ihre Arbeit mit Video, Performances und öffentlichen Inszenierungen. 1993/94 produzieren sie gemeinsam mit Thomas Wulfen am Institut für zeitgenössische Kunst und Theorie in Berlin die Vierteljahresschrift »below papers«. Sie schaffen diskursive Plattformen, geben Printmedien heraus, konzipieren Videoprogramme und Ausstellungen. Erklärtes Ziel ist, aus dem Raum der Kunst heraus Veränderung zu initiieren.

In Ich liebe die Natur – Ich auch. (1988) bepflanzen Dellbrügge & de Moll zwei Waschbetonkübel, setzen sie links und rechts vom Eingang zur Hamburger Kunsthalle und generieren so zwei zivilisierte Koniferen mit unterstelltem Selbstausdruck in der Betonwüste, denn der linke Trog heißt »Ich liebe die Natur« und der rechte »Ich auch«. Zwischen 1992 und 1993 entstehen fünf Videoarbeiten unter dem Titel Video-Theorie I-IV und Remix. Dagegen stellt Stimmungsbild (1998) ein »interaktives« Befragungsmodell dar, das dem Ausstellungspublikum die manuelle Wahl zwischen zwei Antworten erlaubt: a) alles soll sich ändern, b) alles soll so bleiben wie es ist. In Wir arbeiten an der Peripherie (Bonner Kunstverein, 1997; Kunsthaus Baselland, 2004) wird der Titel erneut Programm und der Schriftzug zur Arbeit. InWildcards (2003) entwickeln Dellbrügge & de Moll ein Depot für Zukunftsentwürfe und kooperieren mit 20 Personen aus den Bereichen Kunst und Wissenschaft.

»Künstler haben einen ausgeprägten Möglichkeitssinn, d.h. sie gleichen den Status Quo mit dem ab, was sein könnte. Gleichzeitig haben sie kaum Zugriffsmöglichkeiten auf gesellschaftsrelevante Bereiche wie Architektur, Städtebau, Verkehr, Bildung, Ernährung, Bekleidung, Ökonomie und Organisation von Arbeit. Was bleibt, ist die Ebene des Kommentars, d.h. Ideen, Pattern, Denkfiguren zu entwickeln und in Umlauf zu bringen. Menschen haben eine Affinität, Verhaltensmuster zu erkennen und zu reproduzieren, Modelle aufzugreifen, zu adaptieren, zu kopieren. Damit arbeiten wir.« (Dellbrügge & de Moll, in: Kunstforum International, 191/2006). So verstehen sich die Arbeiten von Dellbrügge & de Moll in ihrem Möglichkeitspotenzial, öffentliche Räume in veränderter Weise zu bespielen, Öffentlichkeit durch eigene Interventionen zu erweitern und dabei Publikum / User konkret einzubeziehen, zu befragen, zu aktivieren.

Dellbrügge & de Moll zeigen ihre Arbeiten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, in Großbritannien, Frankreich, Russland, Dänemark, Norwegen, den Niederlande, im öffentlichen Raum und weltweit bei internationalen Festivals.
Sie leben und arbeiten in Berlin.

Literaturauswahl

Dellbrügge & de Moll: Wer einen Stuhl bauen kann, kann auch eine Stadt bauen, Berlin 2008

Dellbrügge & de Moll: In Quest of the Perfect Location, Copenhagen, 2007

Dellbrügge & de Moll: New Harmony, Berlin 2007

Holten, J. (Hg.): Dellbrügge & de Moll. Artist Migration, Heidelberg 2006

Dellbrügge & de Moll: Hamburg Ersatz, Nürnberg, 2000

www.workworkwork.de

Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014

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