Dara Birnbaum

Formal gilt ihr Interesse den medial flüchtigen Bildern des Fernsehens, die sie fragmentiert, wiederholt und verschränkt. Inhaltlich beschäftigt sich Dara Birnbaum mit stereotypen Vorstellungen des Weiblichen und der medialen Vermittlung politischer Ereignisse. 1977 zeigt sie erstmals Arbeiten in Ausstellungen und heute zählt sie zu den renommiertesten internationalen MedienkünstlerInnen.

Dara Birnbaum wird 1946 in New York geboren. Sie beginnt ihre künstlerische Laufbahn mit einem Studium der Architektur und Stadtplanung an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh, setzt mit Malerei am San Francisco Art Institute fort und schließt ihre Ausbildung am Video Study Center of Global Village an der New School for Social Research in New York 1976 ab. 1977 zeigt sie erstmals Arbeiten in Ausstellungen und heute zählt sie zu den renommiertesten internationalen MedienkünstlerInnen. 1978 hat sie einen Lehrauftrag am Nova Scotia College of Art and Design in Halifax (CDN).

Birnbaums Arbeit ist in den Strukturen verankert, die die kollektive Wahrnehmung prägen. Formal gilt ihr Interesse den medial flüchtigen Bildern des Fernsehens, die sie fragmentiert, wiederholt und verschränkt. Inhaltlich beschäftigt sie sich mit stereotypen Vorstellungen des Weiblichen und der medialen Vermittlung politischer Ereignisse. Sie engagiert sich früh für eine Gleichsetzung der Videokunst mit den klassischen Kunstsparten und ist Teil des Feminist Art Movement.

Birnbaums Videos kreisen Ende der 1970er bis Anfang der 1980er Jahre um die Sprache des Fernsehens. Zu ihren bekanntesten Arbeiten aus diesem Zeitraum zählt Technology/Transformation: Wonder Woman (1978 — 79), in der sie mit einschlägigen Bildern der Fernsehserie versucht, die inhärente Ideologie der gleichnamigen Serienheldin zu unterwandern. Mitte der 1980er-Jahre beginnt sie mit großen raumfüllenden Installationen. Rio Videowall (1987 — 89) gilt als erste permanente Videoinstallation im öffentlichen Raum eines Shoppingcenters. Darin vermittelt sie auf 25 Monitoren Bilder des Originalortes mit CNN-Sequenzen, die die Naturaufnahmen durchbrechen. In Hostage (1993 — 94) beispielsweise bearbeitet sie die Entführung von Hanns-Martin Schleyer im Jahr 1977. Die Trilogie Damnation of Faust mit den Teilen: Evocation (1983), Will-O’-The-Wisp (1985) und Charming Landscape (1987) basiert auf Goethes Text und der Musik von Berlioz. Auch in dieser Arbeit überprüft sie den Mythos der Weiblichkeit mit Hilfe persönlicher und sozialer Erkenntnisse.

Über die Jahre zeigt Birnbaum ihre Arbeiten weltweit. 1995 bespielt sie eine große Retrospektive in der Kunsthalle Wien. Im dazu erscheinenden Katalog findet sich die Widmung: »For Wien, city of my grandparents, I bring a return« und in einem der Interviews bringt sie ihre Arbeit mit folgenden Worten auf den Punkt: »Ich wollte das Medium in sich selbst«. 2009 stellt sie im Genter Stedelijk Museum, im Metropolitan Museum of Art in New York und im Museum für moderne Kunst in Stockholm aus.

Dara Birnbaum lebt und arbeitet in New York.

Literaturauswahl

Hoffmann, J. (Hg.): The next Documenta should be curated by an artist, Frankfurt/M. 2004

Dara Birnbaum: Ausst.-Kat. Kunsthalle Wien, Wien 1995

Malsch, Fr.: Dara Birnbaum. Videos seit 1978, Köln 1992

Selected Works of Dara Birnbaum: Video, hg. v. Electronic Arts Intermix, New York, N.Y. 1980

Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Foto: Tobias Roch, Hagen

Zu Sammlung hinzufügen…

×
×
×

Liebe Besucherinnen und Besucher,

seit 2006 gibt die museumsplattform nrw einen umfassenden Einblick in die Sammlungen und Aktivitäten ausgewählter NRW-Museen – und regt damit zugleich auch ein neues Publikum zum Museumsbesuch an. Monatlich 13.000 Besucher*innen belegen das Interesse an diesem einzigartigen Instrument zum interaktiven und kommunikativen Umgang mit Kunst im Netz.

Ein intensiv gepflegter und konstant ausgebauter Newsbereich mit Hinweisen zu Ausstellungen und Veranstaltungen oder Features aus der Kunstszene NRWs gehört ebenfalls dazu. 2013 erhielt die bereits seit zehn Jahren aktive Online-Plattform den bedeutenden Grimme Online Award.

Für den Ausbau dieses Online-Angebots sind wir auf den dauerhaften Beteiligungswillen der Museen angewiesen. Auch wenn die aktive Ausgestaltung derzeit nicht erfolgen kann, laden wir Sie doch herzlich ein, unser breites Angebot zum interaktiven und kreativen Umgang mit der Bildenden Kunst und ihren vielfältigen Formen medialer Vermittlung spielerisch zu erkunden.

Ihr NRW KULTURsekretariat