Dan Graham

Er befasst sich zunächst ab 1964 als Kunstkritiker mit der Minimal Art und widmet sich anschließend selbst der künstlerischen Arbeit mit einem breiten Repertoire konzeptueller Entwürfe. Dan Graham ist auf zahlreichen Ausstellungen seit Beginn der siebziger Jahre vertreten, so u.a. auf der Documenta 5, 6 und 7 in den Jahren 1972, 1977 und 1982, ebenso auf der Ausstellung »Skulptur Projekte Münster« in den Jahren 1992 und 1997.

Dan Graham wird 1942 in Urbana / Illinois geboren. Er befasst sich zunächst ab 1964 als Kunstkritiker mit der Minimal Art und widmet sich anschließend selbst der künstlerischen Arbeit mit einem breiten Repertoire konzeptueller Entwürfe. Zunächst veröffentlicht er seine Beiträge in Zeitschriften, Magazinen und Boulevardblättern. Sie beinhalten eine mehrdeutige Mischung von konkreter Poesie und fotojournalistischer Attitüde. Graham bedient sich dabei minimalistischer Gestaltungsprinzipien (Schema 1966).

Mit seiner Foto-Serie der Homes of America (1966/67) wird Graham einem größeren Publikum bekannt. Die reduzierte Ablichtung suburbaner Eigenheime verbreitet neben der klaren und monoton geometrisierten formalen Struktur zugleich ein unpathetisches Bekenntnis zur sozialen Verortung der Kunst, das an die Reportage-Fotografien von Walker Evans denken lässt.

Beginnend mit den 70er Jahren nehmen Performances, Filme und Videos und ein zunehmendes Interesse an der Musikkritik größeren Raum in seinem Werk ein. Angeregt durch den zeitgenössischen Tanz und die performativen Konzepte der Künstler Richard Long und Bruce Nauman entsteht eine Reihe von Filmen, die nun insbesondere den Akt der visuellen Wahrnehmung und der motorischen Körperorientierung experimentell untersuchen. Dabei spielt vor allem auch Grahams theoretische Auseinandersetzung mit wahrnehmungspsychologischen Konzepten der Phänomenologie und des Behaviorismus eine besondere Rolle (Present Continous Past(s) 1974; Body Press 1970/72; Public Space/ Two Audiences, 1976). In all diesen Filmarbeiten orientiert sich Graham auch bereits am sozialen Interaktionsraum, zunächst mit Bezug auf den öffentlichen Raum und die Zuschauer der Performance, die filmisch integriert werden. Mit Videoarbeiten wie Rock my Religion (1982 — 84) erweitert Graham sein Repertoire hin zu musikalischen Phänomenen der Pop-Musik, die immer stärker in den Vordergrund seines Interesses rücken.

Bald steht das kontrastierende Verhältnis von privatem Wohnraum und öffentlichem Außenraum im Zentrum von Grahams kritischen Interessen. Hier operiert er insbesondere mit Architekturmodellen, in denen er situative Zusammenhänge vorgibt, so die Öffnung eines Reihenhaus-Prototypen mittels einer Glaswand und die Spiegelung des Außenraumes ins Innere (Alteration to a Suburban House, 1978; Video Projection Outside Home, 1978). Mit seinen Spiegel- bzw. Glaspavillons im öffentlichen Raum von Gärten und Parks gestaltet er ab Ende der 1970er Jahre begehbare Orte im Natur-Raum, die ihren jeweiligen Besuchern vielfältige Formen der Selbst- und Fremdwahrnehmung eröffnen (Two adjacent Pavillons 1978/82; Octagon für Münster, 1987; Pyramide, 1997).

Graham ist auf zahlreichen Ausstellungen seit Beginn der siebziger Jahre vertreten, so u.a. auf der Documenta 5, 6 und 7 in den Jahren 1972, 1977 und 1982, ebenso auf der Ausstellung »Skulptur Projekte Münster« in den Jahren 1992 und 1997. Wichtige Ausstellungen finden auch 1981 im Museum of Modern Art New York, 1983 in der Kunsthalle Bern, 1987 im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, 1993 im Stedelijk van Abbemuseum in Eindhoven, 1994 in der Villa Stuck in München und 1996 im Basler Museum für Gegenwartskunst sowie 2003 in der Kunsthalle Düsseldorf statt.

Dan Graham lebt und arbeitet in New York.

Literaturauswahl:

Dan Graham, Works, 1965 — 2000: Ausst.-Kat. Museu de Arte Contemporânea de Serralves, Porto, hg. v. M. Brouwer, Düsseldorf 2001

Metzger, Rainer: Dan Graham, Köln 1996

The Suburban City, Dan Graham: Ausst.-Kat. Museum für Gegenwartskunst Basel u.a., hg. v. Th. Vischer, Basel, 1996

Wilmes, U. (Hg.): Dan Graham. Ausgewählte Schriften, Ostfildern 1994

Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Foto: Tobias Roch, Hagen

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