August Macke

1911 gründen Macke, Marc, Kandinsky und Kubin die Künstlergemeinschaft des »Blauen Reiter« und stellen erstmals gemeinsam in der Galerie Thannhauser in München aus. 1912 ist August Macke an der »Sonderbund-Ausstellung« in Köln beteiligt und hat bei Thannhauser in München seine erste Einzelausstellung. In Berlin ist er beim »Ersten Deutschen Herbstsalon« in Herwarth Waldens Galerie »Der Sturm« vertreten.

August Macke wird am 3. Januar 1887 in Meschede / Westfalen geboren. Bald nach seiner Geburt zieht die Familie nach Köln, wo Macke seine Kindheit verbringt. 1900 übersiedelt die Familie nach Bonn und Macke besucht das dortige Realgymnasium. Ab 1902 entstehen erste Landschaftsmalereien. Von 1904 bis 1906 studiert Macke an der Düsseldorfer Kunstakademie und besucht Abendkurse der Kunstgewerbeschule. Gesellschaftlich verkehrt Macke in Düsseldorf im Kreis der Intellektuellen und Schauspieler um Louise Dumont. So entstehen auch seine Kostüme und Bühnenbilder für »Macbeth« und Büchners »Leonce und Lena«.

Künstlerisch setzt sich Macke in dieser Zeit mit der Malerei von Arnold Böcklin auseinander, sein Kolorit dieser Zeit ist schwer dunkeltonig. Seine Skizzenbücher der Italienreise 1905 zeigen, dass ihn nun auch die Erfahrung des südlichen Lichtes beschäftigt, sein Kolorit hellt sich auf. 1907 erhält Macke wichtige Impulse durcheine Parisreise. Er studiert unter den Impressionisten besonders Edgar Manet und übernimmt begeistert den expressiven Jugendstil von Henri Toulouse-Lautrec. Mit der Fortführung des Studiums 1907/08 in der Malschule von Lovis Corinth in Berlin wird er mit dem heftigsten deutschen Expressionisten und besonderen Koloristen konfrontiert. Seine in dieser Zeit angefertigten 15 Skizzenbücher beweisen jedoch auch, dass für Macke seine jeweilige Lebenswelt zum malerischen Motiv wird. In Berlin sind es Theaterszenen, Caféhausszenen und Motive der Großstadtszenerie. Gleichzeitig nutzt Macke den großen Bestand der Berliner Museen, um besonders die Malerei der Renaissance und die des 19. Jahrhunderts zu studieren.

Macke absolviert 1908/09 seinen Militärdienst als Freiwilliger. In der Schweiz, am Thuner-See besucht er 1909 den Maler Louis Moilliet, in dessen Begleitung Macke Paris zum zweiten Mal aufsucht. Henri Matisse lernt er dort kennen und ist grundlegend von der Malerei der Fauves begeistert, deren Kompositionsweise und ihr stark- und buntfarbiges Kolorit er rezipiert. Für Macke ist das Jahr 1909, nicht nur das Jahr seiner Volljährigkeit, sondern es bringt ihm auch künstlerisch Wesentliches. Er heiratet die Bonner Unternehmerstochter Elisabeth Gerhardt, zieht mit ihr an den Tegernsee und lernt dort Franz Marc kennen. Macke besucht Marc oft in Sindelsdorf und korrespondiert mit ihm über künstlerische Themen.

Durch Corinth in Berlin mit dem Expressionismus vertraut, entwickeln Macke und Marc nun ihre spezifische Form des abstrahierenden Expressionismus. Macke und seine Frau ziehen 1911 zurück nach Bonn in das elterliche Haus seiner Frau in der Bornheimer Strasse. Das Haus, der Garten und der dortige Blick auf die Viktoriabrücke über den Rhein variiert Macke als Motive zahlreicher Gemälde. Heute ist dieses Haus das August Macke-Museum und Sitz des gleichnamigen Vereins.

Ebenfalls 1911 gründen Macke, Marc, Kandinsky und Kubin die Künstlergemeinschaft des »Blauen Reiter« und stellen erstmals gemeinsam in der Galerie Thannhauser in München aus. Durch Mackes gute Verbindungen zu Museen und Galerien erhalten 1911 auch Kandinsky und Paul Klee Einzelausstellungen. Die zweite Ausstellung der Gruppe findet 1912 in der Münchner Galerie Hans Goltz statt. Das Jahr 1912 ist das Zentrum in Mackes erster eigener künstlerischen Entwicklung. Mit Marc reist er zum dritten Mal nach Paris und lernt dort Robert Delaunay kennen, der gerade an seinen Pariser Fensterszenenbilder-Serien arbeitet. Hier erhält Macke den entscheidenden Impuls, sich mit Farbraum, kubistischer Abstraktion und futuristischer Überblendung der Formen auseinanderzusetzen. In ganz eigener Weise, ergänzt und inspiriert durch die Schausteller und Zirkusszenen im Werk Paul Signacs, ändert und festigt sich Mackes eigener Stil. 1912 ist er an der »Sonderbund-Ausstellung« in Köln beteiligt und hat bei Thannhauser in München seine erste Einzelausstellung. Das Ehepaar Macke übersiedelt 1913 in die Schweiz nach Hilterfingen am Thuner-See in die Nähe von Louis Moilliet. Auch dieser neue Wohnort findet sofort Eingang in Mackes Motiv-Repertoir. Menschen in Landschaft mit diffusen, hellen Lichtsituationen entstehen. Mackes Kolorit ist nun hell und zart buntfarbig, seine Kompositionen haben Delaunays Ausschnittcharakter als Bezug. In der Kunsthandlung Friedrich Cohen in Bonn organisiert Macke die Ausstellung der Rheinischen Expressionisten und ist selbst natürlich auch beteiligt. In Berlin ist er beim »Ersten Deutschen Herbstsalon« in Herwarth Waldens Galerie »Der Sturm« vertreten.

Im Februar 1914 bereist Macke zusammen mit Paul Klee und Louis Moilliet für drei Wochen Tunesien. Besonders die Stadtstruktur und die eigene Farbigkeit der Stadt Kairouan erbringen für Macke und Klee ganz neue Kompositionen. Wieder erarbeitet Macke mehrere Skizzenbücher, fertigt Aquarelle und fotografiert, um genügend Gedächtnisstützen der nordafrikanischen Küste im Schweizer Atelier zu haben. In den wenigen verbleibenden Monaten vor Ausbruch des I. Weltkrieges entstehen Gemälde wie Kairouan III und Landschaft bei Hammamet, die Mackes Reiseeindrücke vermitteln.

Am 8. August 1914 wird August Macke eingezogen und führt eine Kompanie Infanterie an die Westfront. Dort fällt er am 26. September 1914 in Parthes-lès-Hurlus in der Champagne. Begraben ist August Macke auf dem Soldatenfriedhof von Soudin.

Literaturauswahl:

Marc, Macke und Delaunay. Die Schönheit einer zerbrechenden Welt (1910 — 1914): Ausst.-Kat. Sprengel Museum Hannover, hg. v. S. Meyer-Büser, Köln 2009

Heiderich, U.: August Macke: Gemälde; Werkverzeichnis, Ostfildern-Ruit 2008

Heiderich, U.: August Macke. Der hellste und reinste Klang der Farbe, Ostfildern-Ruit, 2008

Erdmann-Macke, E.: Erinnerungen an August Macke, Frankfurt 2006

Dering, P.; Jochimsen, M.: Kontemplation und Glück: August Mackes Menschenbild, Bonn 2000

Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger

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