Adriaan Dekkers

Adriaan Dekkers stützt seine Arbeiten auf einfache, geometrische Grundformen, deren Bewegungssuggestion ihn zunehmend interessiert. Sein bewusst eingeengtes Farbspektrum ist überwiegend von Zweifarbenkontrasten in Schwarz-Weiß gezeichnet, etwa ab 1965 nahezu ausschließlich auf monochrome Arbeiten reduziert.

Ad Dekkers wird 1938 als Adriaan Dekkers im niederländischen Nieuwpoort geboren. Nach der Technischen Schule nimmt er 1954, 16-jährig, ein Studium an der Academie voor Beeldende Kunsten in Rotterdam auf, das er 1958 abschließt. 1961 übersiedelt Dekkers nach Gorinchem in Südholland, lehrt, nach kurzzeitiger Betätigung als Dekorationsmaler bald selbst an der Technischen Schule im nahe gelegenen Culemborg. Eine Reise nach New York bringt ihn in Kontakt mit den Werken Frank Stellas und Elsworth Kellys. Dekkers gilt als einer der Hauptvertreter der Konkreten Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg in den Niederlanden.

Erste Reliefs – hier noch polychrome Holzreliefs, wie u.a. die Serie 9 towards 10 von 1964 – und Gemälde Dekkers entstehen in den frühen 1960er Jahren ebenso wie einige Skulpturen. Erkennbar ist er von Piet Mondrians und Kasimir Malewitschs konstruktivistischen Ansätzen beeinflusst und stützt seine Arbeiten auf einfache, geometrische Grundformen, deren Bewegungssuggestion ihn zunehmend interessiert. Sein bewusst eingeengtes Farbspektrum ist überwiegend von Zweifarbenkontrasten in Schwarz-Weiß gezeichnet, etwa ab 1965 nahezu ausschließlich auf monochrome Arbeiten reduziert, was sich auch in den Bildern niederschlägt (Een begin van een middendeling in een vierkant vertikaal, 1971).

Durch das Oeuvre von Hans Arp angeregt, wendet sich Dekkers auch Reliefbildern und Wandreliefs zu. Die ersten Arbeiten in diesem Bereich entwickelt Dekkers Mitte der 1960er Jahre in der Technik des in Polyestergusses, der bis 1970 bestimmendes Material bleibt. Die sowohl auf (geometrische) Flächen wie Relief bezogenen Teilungsverhältnisse, Proportionen und dynamisierende Effekte der Einzelteile und Formen, die sich u.a. in Schichtüberschneidungen, Versatz und Überlagerungen äußern, werden zu zentralen Motiven seiner monochromen plastischen Objekte. Dekkers Relief-Serie der Kreis-Variationen (Variatie op cirkels), die Verschoven kwadraten (1965) zeugen ebenso davon wie u.a. auch die Arbeit Drie evenwijdig oplopende banen (1970). In ihrer monochromen Fassung serieller Strukturen (z.B. Reliëf met afgeschuinde blokjes) weisen diese Arbeiten auch eine gewisse Nähe zu den Reliefs von Jan van Schoonhoven auf. Den kontinuierlichen Prozess der Form- und Fabreduktion verfolgt Dekkers in den 1970er Jahren auch in seinen Strichzeichnungen – auf konstruktive Linien, Linienformationen und dichte Parallelstrukturen reduzierte Flächenstrukturen (Lineair Composition, 1973).

Ordnungsprinzipien und harmonische Verhältnisse der Teile zum Ganzen zeichnen das in kurzer Zeit entstandene Œuvre von Ad Dekkers aus, das zu Lebzeiten Dekkers – ausgehend von einer ersten Gruppenausstellung in Gorcum (1961) – u.a. im Rahmen einer ersten Retrospektive 1966 im Stedelijk Museum von Schiedam, auf der Biennale von São Paulo sowie in der Kunsthalle Bern (beide 1967), der Documenta im Folgejahr und schließlich nach seinem Tod auf der Biennale von Venedig (1986) vertreten ist. Im Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt, dem SMAK Gent, dem Kröller-Müller Museum in Otterlo, der Kunstsammlung der Bochumer Ruhr-Universität oder der Tate Gallery in London finden sich Werke Adriaan Dekkers.

Ad Dekkers stirbt 1974 im Alter von 36 Jahren in Gorinchem.

Literaturauswahl

Als golfslag op het strand … Ad Dekkers in zijn tijd: Ausst.-Kat. Stedelijk Museum, Amsterdam 1998

Carel Blotkamp: Ad Dekkers, The Hague 1981

Ad Dekkers. Relifs: Ausst.-Kat. Frankfurt/ M. u.a.O., Frankfurt 1969

Documenta IV: Ausst.-Kat. Bd. 1: (Malerei und Plastik); Band 2: (Graphik/Objekte), Kassel 1968

Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Foto: Tobias Roch, Hagen

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