Bild & Ornament

»Der Ausdruck liegt für mich nicht in der Leidenschaft, die etwa auf einem Gesicht erschiene und die sich in einer heftigen Bewegung ausdrücken würde. Er liegt in der ganzen Anlage meines Bildes: der Platz, den die Körper einnehmen, die sie umgebenden leeren Räume, die Proportionen, das alles hat daran teil. Komposition ist die Kunst, die verschiedenen, dem Maler für den Ausdruck seiner Gefühle zu Gebote stehenden Elemente auf gefällige Weise anzuordnen. In einem Bild soll jeder Teil sichtbar sein und diejenige Rolle spielen, die ihm zukommt, sei sie nun wesentlich oder sekundär. Alles, was dem Bild nicht nützlich ist, ist allein schon dadurch schädlich. Ein Werk muss im ganzen harmonisch sein: Jedes überflüssige Detail würde im Gemüt des Betrachters ein anderes, wesentliches Moment verdrängen.«

Henri Matisse, 1908

»Es gibt einige Anklänge an den orphischen Kubismus, die als Resultat reiner Geometrie der Kreisbögen in die Bilder gelangen. Wenn man auch da nicht herumkommt, so glaube ich doch, dass diese Beziehungen visuell zufällig sind, da sie nicht wesentlich den Charakter der Bilder bestimmen. Oder ihn schwächen, gewiss … Mein Hauptinteresse war es, das, was man allgemein dekorative Malerei nennt, wirklich lebensfähig in eindeutig abstrakten Grenzen zu machen. Dekorativ, das heißt in einem guten Sinne – in dem Sinn, wie es sich auf Matisse anwenden lässt.«

Frank Stella, 1970

Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014

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