Ulrike Rosenbach

Sie arbeitet als eine der ersten Kunstschaffenden experimentell mit dem Medium Video. Seit 1972 entwickelt Rosenbach ein umfangreiches Werk in den Bereichen Performance, Video(skulptur) und Installation. Inhaltlich stehen die Auseinandersetzung mit dem weiblichen Selbstverständnis und die Kritik an überkommenen Weiblichkeitsbildern, mit der Natur und menschlichem Sein in gesellschaftlichem Kontext im Vordergrund ihrer Arbeit.

Ulrike Rosenbach wird 1943 in Bad Salzdetfurth nahe Hildesheim geboren. 1964 beginnt sie eine Ausbildung zur Bildhauerin an der Kunstakademie Düsseldorf. 1969 wird sie Meisterschülerin von Joseph Beuys. 1970 absolviert sie ihr erstes und zwei Jahre später ihr zweites Staatsexamen. Sie beginnt als freischaffende Künstlerin in Düsseldorf und in den USA zu arbeiten. 1971 entstehen erste Videoarbeiten und im darauf folgenden Jahr zeigt sie ihre erste Performance. 1975/76 lebt sie in Los Angeles und unterrichtet am California Institute of Arts in Valencia feministische Kunst und Medienkunst. 1976 übersiedelt sie nach Köln und gründet die »Schule für kreativen Feminismus«. Gemeinsam mit Klaus vom Bruch und Marcel Odenbach gründet sie die erste unabhängige Künstlerproduzentengruppe ATV, die alternative Formen des Fernsehens entwickelt. Zwischen 1977 und 1988 übernimmt sie Lehraufträge und Gastprofessuren (u.a. an der Hochschule für angewandte Kunst Wien und der Hochschule der Bildenden Kunst in München). Zahlreiche Arbeitsreisen und -aufenthalte führen sie u.a. nach Italien, Canada, in die USA, nach Australien und Asien. 1989 übernimmt Rosenbach eine Professur für Neue Künstlerische Medien an der Hochschule der Bildenden Künste Saar, die sie bis zu ihrer Emeritierung 2007 hält.

Ulrike Rosenbach arbeitet als eine der ersten Kunstschaffenden experimentell mit dem Medium und rückt ganz vom dokumentarischen Nutzung des Videos ab. Seit 1972 entwickelt sie ein umfangreiches Werk in den Bereichen Performance, Video(skulptur) und Installation. Parallel entstehen immer wieder auch Zeichnungen. Inhaltlich steht die Auseinandersetzung mit dem weiblichen Selbstverständnis und die Kritik an überkommenen Weiblichkeitsbildern, mit der Natur und menschlichem Sein in gesellschaftlichem Kontext im Vordergrund ihrer Arbeit. Ihre Themenfelder spiegeln sich in den Titeln wider und so finden sich Reflexionen über die Geburt der Venus (Perfomance, 1976), Glauben Sie nicht, dass ich eine Amazone bin (Performance, 1975), Milleniumsfrauen (Video, 2000) in einer Reihe mit Zenkocher (Videoinstallation 1988), Requiem für eine Eiche (Videoinstallation 1993), Über den Tod (Videoskulptur 1995) oder Reise ins Nirvana (Videoskulptur 2003) unter Rosenbachs Videoarbeiten und Installationen. Sie operiert dabei mit Abbildern exemplarischer Werke aus der Geschichte der Malerei, montiert und kontextualisiert diese neu, verwendet aber auch stereotypes Dokumentarmaterial aus den Massenmedien und kommentiert es durch veränderte Sequenzen und Bildrhythmen. Auch die Sektion weiblich konnotierter Bildsymbole gehört zu Rosenbachs künstlerischen Verfahren.

Ulrike Rosenbach stellt auf der Dokumenta VI und VIII und der Biennalen in Paris 1975 und Sao Paulo 1985 aus. In zahlreichen internationalen Einzelausstellungen zeigt sie ihre Arbeiten, u.a. im Stedelijk Museum Amsterdam 1980, in der Bundeskunsthalle Bonn 1997, der Kunsthalle Bremen 2005 oder in der Modernen Galerie des Saarlandmuseums 2007. Auf internationalen Gruppenausstellungen ist sie u.a. 1992 und 1993 im P.S.1 Contemporary Art Center New York, 2000, 2003, 2005, 2006 und 2007 im ZKM Karlsruhe, 2002 in der Kunsthalle Wien und 2008 im Musée d’Art Contemporain de Montréal präsent. Sie erhält internationale Preise und ist in weltweiten Sammlungen vertreten (u.a. MOMA New York, LAICA Los Angeles, Centre Georges Pompidou Paris, Stedelijk Museum Amsterdam, Museum für Gegenwartskunst Basel, Kunstmuseum Liechtenstein, Bundeskunstsammlung).

Ulrike Rosenbach lebt und arbeitet in Köln/Bonn und im Saarland.

Literaturauswahl

Ulrike Rosenbach. Figur / Natur: Ausst.-Kat. Saarlandmuseum Saarbrücken, hg. v. R. Melcher; M. Stocker, Heidelberg 2007

Glüher, G. (Hg.): Ulrike Rosenbach. Wege zur Medienkunst 1969 — 2004, Köln 2005

Spielmann, Y.: Video. Das reflexive Medium, Frankfurt 2005

Lovejoy, M.: Digital Currents. Art in the Electronic Age, New York / London 2004

Die einsame Spaziergängerin Ulrike Rosenbach: Ausst.-Kat. Altes Rathaus Göttingen, hg v. U. Schönewald, Hamburg 1998

Berger, R.: Zwischen Leben und Tod. Zur Mutterimago bei Niki de St. Phalle, Ulrike Rosenbach, Mary Kelly und Annegret Soltau, Stuttgart 1996

Ulrike Rosenbach: Last Call für Engel: Ausst.-Kat. Kunstverein Heilbronn, hg. v. R. Hirner, Heidenheim 1996

www.ulrike-rosenbach.de

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