Susanne Stähli

Stähli widmet sich seit über 20 Jahren den atmosphärischen Wirkungen von Farbe und Licht. Ob Hell-Dunkel-Verläufe kräftiger Farbtöne, wässrig verdünnte Acrylfarben in zarten Streifen, Studien zu Farbfamilien oder auch fast monochrom erscheinende Flächen, die sich erst beim näheren Hinsehen als differenzierte Spiele mit einem einzelnen Grundton entpuppen – immer gibt es ein komplexes Durchwirken von Farben und Strukturen, feine Nuancen, sinnlich intensives Zusammenspiel.

Susanne Stähli wird 1959 in München geboren. Von 1982 bis 1986 studiert sie Malerei an der Fachhochschule für Kunst und Kunsttherapie in Ottersberg. Als »artist in residence« arbeitet sie 2006 an der Universität Witten/Herdecke, wo sie seit 2007 auch Lehrbeauftragte ist.

Stähli widmet sich seit über 20 Jahren den atmosphärischen Wirkungen von Farbe und Licht. In ihrer Malerei arbeitet sie teils mit großformatigen Leinwänden: Ob Hell-Dunkel-Verläufe kräftiger Farbtöne, wässrig verdünnte Acrylfarben in zarten Streifen, Studien zu Farbfamilien oder auch fast monochrom erscheinende Flächen, die sich erst beim näheren Hinsehen als differenzierte Spiele mit einem einzelnen Grundton entpuppen – immer gibt es ein komplexes Durchwirken von Farben und Strukturen, feine Nuancen, sinnlich intensives Zusammenspiel. Zunehmend reduziert Stähli dabei die Palette, bis sie teils nur mit einzelnen Farben arbeitet. Die Werke gewinnen dabei an Konzentration und weisen in dieser Fokussierung Analogien zur amerikanischen Farbfeldmalerei auf, ohne jedoch deren theoretische Konzepte zu simulieren. Ihre Papierarbeiten etwa zwischen 2001 und 2004 legt Stähli systematisch an, indem sie auf immer neue Weise in all-over-Manier Streifenstrukturen probiert. Sie wählt dafür zarte Grau- und Brauntöne, die diese Werke als reine Studien zur Formästhetik erscheinen lassen.

In ihren Ausstellungen präsentiert die Künstlerin immer wieder zahlreiche Varianten eines »Farbthemas«. Sie stimmt sie intensiv aufeinander ab, zum Beispiel mit der Serie Vertical Acryl 2011 (2011 ausgestellt in der Städtischen Galerie Neunkirchen/Saar). Untrennbar mit Stählis Bildkompositionen verbunden sind die Fenstergestaltungen ihrer Ausstellungsräume. Es sind Wahrnehmungsspiele zwischen Innen und Außen. Stähli taucht die Räume in diffuses farbiges Licht und erzeugt damit eine gedämpfte Atmosphäre. Sie behandelt Fenster wie Bilder, die so an die abstrakte Glasmalerei der 1950er Jahre erinnern: Sie beklebt sie mit einfarbigen kräftig bunten Folien oder bemalt sie in raschen Bewegungen mit horizontalen Pinselstrichen in wässriger Farbe, sodass diese in zahllosen dünnen Rinnsalen herabläuft und die Glasscheibe mustert. Als würde der Betrachter durch dichtesten Regen sehen, scheint die Welt auf der anderen Seite unwirklich zu verschwimmen.

In dieser starken Verdichtung von Licht und Farbe im Raum scheint es nur konsequent, wenn Stähli auch bleibende Kunst-am-Bau-Arbeiten realisiert, die die Komponenten Bildfläche, Licht und Raum in ein Zusammenspiel bringen, wie 2002 im Foyer des Polizeipräsidiums Bochum, Die 7 letzten Worte in der Kapelle im St. Maria-Hilf Krankenhaus, Bochum-Gerthe und 1998 mit dem Raum der Stille des Knappschaftskrankenhauses in Bochum-Langendreer.

Susanne Stähli erhält 1989 den Förderpreis der Stadt Witten. Seit Mitte der 1980er Jahre nimmt sie an zahlreichen Ausstellungen teil, unter anderem 1990 im Märkischen Museum Witten, 1991 im Kunsthaus Wiesbaden oder 2010 im Museum Kunstpalast Düsseldorf. 1995 läuft ihre erste Solo-Ausstellung im Krupp Pavillon auf der Hannover Messe. 2010 zeigt das Clemens-Sels-Museum Neuss ihre Einzelschau »Der verwandelte Raum«, 2013 präsentieren die Städtische Galerie Neunkirchen und der Kunstverein Linz »4 colours 4 rooms«. Jüngst sind Stählis Arbeiten im Kunstmuseum Bochum und im Verein für aktuelle Kunst/Ruhrgebiet, Oberhausen zu sehen (2013). Ihre Arbeiten sind in mehreren öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten, so im Clemens-Sels-Museum Neuss, dem Kunstmuseum Gelsenkirchen und der Sammlung Thyssen-Krupp, Essen.

Susanne Stähli lebt und arbeitet in Witten.

Literaturauswahl

Susanne Stähli. 4 colours, 4 rooms: Ausst.-Kat. Städtische Galerie Neunkirchen, Bönen 2013

Susanne Stähli. Der verwandelte Raum: Ausst.-Kat. Clemens-Sels-Museum Neuss, hg. v. Bettina Zeman, Bönen 2010

Susanne Stähli. Schichtungen. Malerei und Zeichnung: Ausst.-Kat. Galerie Baumgarten, Freiburg i. Br., Stadtmuseum Beckum, Städtische Galerie »sohle 1«, Bergkamen, hg. v. Martin Gesing, Bönen 2009

Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014

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