Otto Piene

Mitte der fünfziger Jahre beginnt Piene, sich künstlerisch mit dem Element Licht auseinanderzusetzen. Wie die Arbeiten der anderen Zero-Künstler besitzen auch seine Auseinandersetzungen mit den Themen Licht, Bewegung und Raum seit den 60er Jahren experimentellen und multimedialen Charakter.

Otto Piene wird am 18.04.1928 in Laasphe, Westfalen geboren. 1948 — 50 studiert er an der Blochererschule und der Kunstakademie München, von 1950 — 53 an der Kunstakademie Düsseldorf. Anschließend absolviert er ein Philosophie-Studium an der Universität Köln.

Mitte der fünfziger Jahre beginnt Piene, sich künstlerisch mit dem Element Licht auseinanderzusetzen. Gemeinsam mit Heinz Mack gründet Piene 1957/58 die Künstlergruppe Zero. Der Begriff »Zero« wird zunächst als Titel der ersten Katalog-Zeitschrift (»ZERO 1«, April 1958) verwendet, die die 7. Abendausstellung »Das rote Bild« dokumentiert. Explizit formuliertes Ziel der Gruppe ist »die Reinigung der Farbe von den Spuren des Informel und des Neo-Expressionismus«. Neben der Absage an die Kunst der vorangegangenen Generation enthält die Zeitschrift auch neue Ansätze zur Bedeutung der monochromen Malerei (Yves Klein), der Vibration (Mack) und der Farbe als Artikulation von Licht (Piene). Weitere Zero-Ausgaben werden von Piene und Mack bis 1961 herausgegeben, zeitgleich organisieren die Künstler Ausstellungen und Veranstaltungen. Ab 1961 gehört auch Günther Uecker zum – wie Piene ihn selbst nennt – »inner circle« der Künstlergruppe Zero, der wenig später auch die Wortführer des sog. »Neuen Idealismus« stellt.

Ende der 1950er Jahre entstehen Pienes erste Rasterbilder, 1959 seine legendären Lichtballette und Rauchbilder, mit denen er sich auf elementare Natur-Energien bezieht und eine Verbindung von Natur und Technik herzustellen sucht. Wie die Arbeiten der anderen Zero-Künstler besitzen auch Pienes Auseinandersetzungen mit den Themen Licht, Bewegung und Raum seit den 60er Jahren, zu denen die Luft- und Lichtplastiken und die von ihm inszenierten Luftprojekte und Sky Events der ausgehenden 60er (u.a. Schlussfeier d. Olympische Spiele, 1972) zählen, ebenfalls experimentellen und multimedialen Charakter.

Ab 1964 gewinnt Piene Architekturaufträge und hält Vorlesungen am Institute of Contemporary Art, London und verschiedenen Kunsthochschulen in den USA. Nach einer Gastprofessur an der University of Pennsylvania (Philadelphia) zieht Piene 1965 nach New York. Seit 1968 Dozent, wird er 1974 Direktor des Center for Advanced Visual Studies – CAVS – des Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, USA.

Pienes Werke werden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen – u.a. im Stedelijk-Museum Amsterdam (1962), im Rahmen der ersten Retrospektive im Museum am Ostwall in Dortmund (1967), im Kunstmuseum Düsseldorf (1996) und im ZKM Karlsruhe (2006) – gezeigt. 1964 ist er auf der Documenta 3 (ZERO-Lichtraum) und 1977 auf der Documenta 6 präsent, 1967 und 71 gestaltet Piene den deutschen Pavillon auf der Biennale von Venedig, ist 1985 auf der Biennale von Sao Paulo vertreten.

Am 17. Juli 2014 stirbt Otto Piene in Berlin.

Literaturauswahl

Die Sonne kommt näher, Otto Piene, Frühwerk: Ausst.-Kat. Museum für Gegenwartskunst Siegen, hg. v. Barbara Engelbach, Siegen 2003

Kuhn, Annette: ZERO – Eine Avantgarde der sechziger Jahre, Frankfurt / Berlin, 1991

Stachelhaus, Heiner (Hg.): Otto Piene, Kunst die fliegt, Köln 1998

Otto Piene, Retrospektive 1952 — 1996: Ausst.-Kat. Kunstmuseum Düsseldorf, hg. v. St. v. Wiese u. S. Rennert, Köln 1996

Otto Piene und das CAVS: Ausst.-Kat. Badischer Kunstverein, Karlsruhe, 1988

Otto Piene: Ausst.-Kat. Museum am Ostwall Dortmund, o. J. (1984)

Otto Piene, Fire Flower Power: Ausst.-Kat. Dortmund 1967

 

Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014

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