Lee Quinones

Er gehört mit zu den bekanntesten Künstlern der New Yorker Graffiti-Szene. Der Übergang von der illegalen Szene in die internationalen Ausstellungsräume verläuft reibungslos und es gelingt Quinones, die Spontaneität seiner Graffitis in das Medium des Bildes zu übertragen.

Lee Ouinones wird 1960 in Ponce / Puerto Rico geboren. Er gehört mit zu den bekanntesten Künstlern der New Yorker Graffiti-Szene. Seit 1975 erscheinen seine illegalen Zeichnungen auf den Subways und später auf den Begrenzungswänden öffentlicher Sportfelder in New York.

Quinones erhält über den engeren Kreis der Szene hinaus Berühmtheit, als es ihm gelingt, vollständige U-Bahn-Züge zu bemalen, so beispielsweise den Christmas Train im Dezember 1977. Die dramatischen Entstehungsumstände, die spektakuläre Mobilität und das große Format seiner Graffitis locken eine eigene Szene an, die sich um ihn und seine Freunde im Untergrund formiert. Die Arbeit der Subwaysprayer ist jedoch keineswegs gefahrlos, bald setzen zudem die Behörden farbabweisende Mittel auf den Zugwänden ein, viele Graffiti-Künstler geben ihre Aktionen auf. Quinones reagiert auf die zunehmenden Schwierigkeiten, indem er als neues Betätigungsfeld die Handball-Courts für sich entdeckt. Mit seiner Gruppe der Fab 5 (Fabulous Five), der Doc, Mono und Slave angehören, gelingt es ihm, erste Arbeiten auch in kommerziellem Auftrag zu erstellen.

In dem inzwischen legendären Film »Wild Style« (1982) von Charlie Ahearn tritt Lee Quinones als Zoro auf und spielt einen puertorikanischen Sprayer, dessen Geschichte unmittelbar Hip-Hop und Rap-Kultur und das Lebensgefühl der New Yorker Szene wiedergibt. Im Film setzt Zoro sich zwar erfolgreich gegen die Vereinnahmung seiner Kunst durch die Galerien zur Wehr, doch geht auch Lee Quinones bald dazu über, einzelne Werke für den legalen Kunstmarkt zu schaffen. Seit 1979 stellt er seine gesprühten Leinwandbilder aus. 1980 erhält Quinones seine erste Einzelausstellung in der Galerie White Columns in New York und der Galleria Paolo Seno in Mailand.

Ein Jahr später beendet Quinones seine Sprayer-Laufbahn. Nun wird die Leinwand sein hauptsächliches Arbeitsfeld, er nutzt bildhaftere Darstellungsmittel arbeitet allerdings immer noch mit der Sprühdose. Der Übergang von der illegalen Szene in die internationalen Ausstellungsräume verläuft reibungslos. Es gelingt ihm, die Spontaneität seiner Graffitis in das Medium des Bildes zu übertragen. Seine nun enstehenden Arbeiten, die meist aus Sprüh-Emaille auf Leinwand oder Metall gestaltet sind, arbeiten mit kürzelhaften Chiffren oder Icons und bilden damit die illegale Wandkunst scheinbar nach (Angry Young Man, 1982) oder aber sie entwerfen großformatige Porträts, die an die Werbewelt und Comicstrips erinnern (Debby Harrry 1981).

Lee Quinones ist 1982 auf der documenta VII vertreten, stellt 1983 in der American Graffiti Gallery Amsterdam und der Barbara Gladstone Gallery 1984 aus. Er lebt in New York.

Literaturauswahl

Pittura dura, Dal graffitismo alla street art: Ausst.-Kat. Turin Fondazione Palazzo Bricherasio, Turin 1999

American Graffiti: Ausst.-Kat. Museo Civico di Castelnuovo Neapel, hg. v. Achille Bonito Oliva, Neapel 1997

Stahl, Johannes: Graffiti. Zwischen Alltag und Ästhetik, München 1990

Bianchi, Paolo (Hg.): Graffiti, Wandkunst u. wilde Bilder, Basel 1984

Classical Amercan Graffiti Writers and High Graffiti Artist: Ausst.-Kat. München Galerie Thomas, München 1984

Amerikanische Kunst der Siebziger und Achtziger, Back to the USA: Ausst.-Kat. Luzern, hg. v. Klaus Honnef u.a., Bonn 1983

Castleman, Craig: Getting up. Subway graffiti in New York, Cambridge/Mass. u.a. 1982

New York Graffiti: Ausst.-Kat. Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen, hg. v. Richard W. Gassen, Ludwigshafen/Rhein, 1987

Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Foto: Tobias Roch, Hagen

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