Lawrence Weiner

Seine Rede über künstlerische Objekte, Aktionen, Materialien oder Prozesse erzeugt das Kunstwerk auf einer rein konzeptuellen Ebene. Dabei wählt Weiner einen sachlich-trockenen dokumentarischen Stil. Der verfremdete Wortsinn wird wie bei einer Gebrauchsanweisung oft erst nach mehrmaligem Lesen vermittelt.

Lawrence Weiner wird 1942 in New York geboren, er wächst in den South Bronx auf. Im Mittelpunkt seines Studiums am Hunter College New York stehen zunächst Literatur und Philosophie, auch wenn er bereits früh Kontakte zu Künstlerkreisen sucht. Nach dem Abbruch seines Studiums unternimmt Weiner einige Reisen, die ihn u.a. auch 1963 nach Europa, insbesondere nach Paris führen.

Um 1960 beginnt seine künstlerische Tätigkeit mit ersten Skulpturen und der Malerei. Die Cratering Pieces entstehen, in denen Weiner durch explosive Eruptionen Bodenkrater erzeugt, um Grenzbereiche der Gattung Skulptur auszuloten. Erste Ausstellungen folgen 1966 bei Seth-Siegelaub in New York. Schon in den Jahren darauf verfestigt sich Weiners entschiedene Haltung, dass Kunstwerke ihre Existenz nicht ausschließlich der materiellen Umsetzung verdanken. Ihn interessiert die Reflexion über das Kunstwerk als einer schöpferischen Idee und dessen Realisierung in der geistigen, nicht aber materiellen Gestaltung. Bald entwickelt sich in Weiners Arbeiten die Sprache bzw. die Schrift zum ausschließlichen künstlerischen Mittel. Seine Rede über künstlerische Objekte, Aktionen, Materialien oder Prozesse erzeugt das Kunstwerk auf einer rein konzeptuellen Ebene. Dabei wählt er einen sachlich-trockenen dokumentarischen Stil. Der verfremdete Wortsinn wird wie bei einer Gebrauchsanweisung oft erst nach mehrmaligem Lesen vermittelt.

Als einer der Hauptvertreter der Concept Art veröffentlicht Weiner im Jahr 1968 eine Reihe von »Sprachwerken« in dem Buch »Statements«. Hier benennt er auch die Bedingungen seines Kunstwerkbegriffes, nach dem Kunstwerke nicht ausgeführt werden müssen und auch von anderen Personen hergestellt werden können. Dennoch versteht Weiner sich nicht als Literat, sondern als Künstler. Sowohl die Schrifttype, als auch die Anordnung des Textes und nicht zuletzt dessen Anbringungsort werden zu ästhetischen Vorgaben seiner künstlerischen Arbeit.

1969 nimmt Weiner an der Berner Ausstellung »When attitude becomes form« teil, ist ab 1972 ist regelmäßig auf der Documenta vertreten. Sein Werk zeichnet sich weniger durch Brüche, als vielmehr durch konzeptgetreue Kontinuität aus, die der Künstler auch als Mittel versteht, überkommene Kunstvorstellungen jeweils subtil zu unterlaufen. Seine Werke entstehen jedoch nicht allein in den gedruckten Medien, Weiner nutzt überdies Schallplatten, Videos und Tonbandaufnahmen.

Veröffentlicht er die Texte zunächst auf Plakaten, Hausfassaden und in Zeitungen, bringt er ab den 70er Jahren seine Wandbeschriftungen nun im musealen Innen- und Außenraum an. Seine Texte nehmen dabei meist auf die Grundgegebenheiten ihres Anbringungsortes Bezug (Ein bißchen Zeit + ganz viel Ebbe -Time + Tide,1989). Seine Arbeit für das Neue Museum Weserberg in Bremen besteht in der Beschriftung der Außenwände des Museums mit folgendem Text: HAVING BEEN / BUILT ON SAND / WITH ANOTHER BASE / (BASIS) IN FACT AUF SAND GEBAUT / TATSÄCHLICH (AUS) / AUF ANDEREM GRUND.

Im Jahr 2000 entsteht mit NACH ALLES / AFTER ALL, eine Auftragsarbeit für das Deutsche Guggenheim Museum Berlin.

Lawrence Weiner lebt in New York und Amsterdam.

Literaturauswahl

Gefragt und gesagt. Schriften & Interviews von Lawrence Weiner, 1968 — 2003, hg. von Gerti Fietzek u. Gregor Stemmrich, Ostfildern-Ruit 2004

Lawrence Weiner: Ausst.-Kat. Kunstverein Ruhr Essen, hg. v. Peter Friese u. Gregor Stemmrich, Essen 2003

Lawrence Weiner. Nach alles = Lawrence Weiner. After all: Ausst.-Kat. Solomon R. Guggenheim Foundation, New York, New York 2000

Show (&) tell, the films & videos of Lawrence Weiner: Ausst.-Kat. hg. v. Bartomeu Mari, Gent 1992

Lawrence Weiner. Works from the Beginning of the Sixties towards the End of the Eighties: Ausst.-Kat., Stedelijk Museum, Amsterdam 1988

Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Foto: Tobias Roch, Hagen

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