K.O. Goetz

Mit dem Pinsel setzt er dunkle Farbe auf hellen Malgrund und trägt diese anschließend mit einem Rakel teilweise wieder ab. Die dynamische Handschrift und der Akt des Malens in diesen gleichermaßen zeichenhaften wie rhythmisierten Farbkompositionen werden zu wesentlichen Elementen von K. O. Goetz’ Bildern.

Der 1914 in Aachen geborene Karl Otto Götz, »K.O. Götz« besucht 1932 — 34 die Kunstgewerbeschule Aachen. Er setzt sich mit neuen Medien auseinander und fertigt erste abstrakte Arbeiten, Collagen und Spritzbilder an, die im Krieg zerstört werden. Ab 1936 experimentiert Götz mit abstrakten Filmen, Fotomalerei und Fotogrammen, erprobt trotz Mal- und Ausstellungsverbot in den 1940er Jahren die Möglichkeiten des Farbauftrags mittels Luftpumpe. Während dieser Zeit entstehen auch Kompositionen mit organischen Farbformen und surreale, abstrakt-gegenständliche Arbeiten. 1948 bis 1953 gibt er die Zeitschrift »Meta« heraus.

1949 tritt K.O. Götz der internationalen Künstlergruppe COBRA bei, deren Name sich als Akronym aus den Anfangsbuchstaben der Hauptstädte COpenhagen, BRüssel und Amsterdam zusammensetzt. Mit ihrer Auflösung im Jahr 1951 und der Begründung der Frankfurter Künstlergruppe »Quadriga« im folgenden Jahr, verändern sich Technik und Entstehungsprozess der Götzschen Werke, die sich deutlicher vom Gegenstand lösen. Auf erste abstrakte Versuche mittels Farbabklatschtechnik von Glasscheiben auf Papier folgen unter dem Einfluss des Künstlers Wols und dem französischen Tachismus Götz’ informelle Werke, die er in schnellen Arbeitsgängen entwickelt. Mit dem Pinsel setzt er dunkle Farbe auf hellen Malgrund und trägt diese anschließend mit einem Rakel teilweise wieder ab. Die dynamische Handschrift und der Akt des Malens in diesen gleichermaßen zeichenhaften wie rhythmisierten Farbkompositionen werden zu wesentlichen Elementen seiner Bilder.

Gemeinsam mit Otto Greis, Heinz Kreutz und Bernhard Schultze nimmt K.O. Götz an der Quadriga-Ausstellung in Frankfurt/M. (Zimmergalerie Franck) teil. Seine Arbeiten werden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, 1959 ist er auf der Documenta 2 vertreten.

1959 löst K.O. Götz sein Frankfurter Atelier auf und übernimmt eine Professur an der Düsseldorfer Kunstakademie, die er bis 1979 innehat. Seine Beschäftigung mit informationstheoretischen und gestaltpsycholgischen Themen in dieser Zeit mündet in den Rasterbildern, die Götz Ende der 1950er – zunächst in Schwarz-Weiß, später mehrfarbig – entwickelt (Statistisch-metrische Modulation 11:5, 1959/60). Seit Mitte der 90er Jahre entstehen neben der Malerei auch die Schnellzeichnungen,Schwarz auf weißem Papier oder Weiß auf schwarzem Karton, die Götz als bewusst unkontrollierte, automatische Skizzen in größter Geschwindigkeit versteht.

K.O.Götz lebt und arbeitet seit 1975 in Wockenacker im Westerwald.

Literaturauswahl

K. O. Götz, Ein Rückblick – Aktuelle Arbeiten: Ausst.-Kat. Suermondt-Ludwig-Museum u. Ludwig-Forum für Internationale Kunst, hg. v. Adam Oellers, Aachen 2004

K.O. Götz, Impuls und Intention: Ausst.-Kat. hg. v. Ralph Melcher, Worms 2004

Entfesselte Form, Fünfzig Jahre Frankfurter Quadriga: Ausst.-Kat. Städelsches Kunstinstitut u. Städtische Galerie, hg. v. Siegrid Hofer, Frankfurt/M. / Basel 2002

Informel, Götz – Schultze – Hoehme: Ausst.-Kat. Museum am Ostwall, Dortmund 1980

K. O. Götz: Ausst.-Kat. hg. v. Manfred de la Motte, Bonn 1978

K. O. Götz: Ausst.-Kat. Bonn 1975

K. O. Götz: Ausst.-Kat. Mannheim 1969

K. O. Götz: Ausst.-Kat. Aachen 1967

Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger

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