Johannes Cladders (Caesar)

Er gilt als einer der einflussreichsten deutschen Ausstellungsmacher und Museumsdirektoren der 1970er Jahre. Weit unbekannter als seine kunstwissenschaftliche, ausstellungs-kuratorische oder museumstheoretische Arbeit ist das künstlerische Werk Johannes Cladders’, das unter dem Pseudonym »Caesar«im Umfeld von Fluxus und Konkreter Poesie entsteht.

Johannes Cladders wird am 14. September 1924 in Krefeld geboren. Nach seinem Studium der Germanistik, Anglistik, Philosophie und Kunstgeschichte in Köln und Bonn und seiner Promotion im Jahr 1955 arbeitet Cladders zunächst als Redakteur beim Kölner Stadtanzeiger. 1957 wird er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Paul Wember, dem damaligen Direktor des Krefelder Kaiser-Wilhelm-Museums und kann hier bereits wichtige Ausstellungsprojekte realisieren.

Von 1967 bis 1983 leitet Cladders das Museum Abteiberg in Mönchengladbach, das nun – beginnend mit der ersten großen Beuys-Ausstellung von 1967 – zu einem international beachteten Zentrum der Gegenwartskunst avanciert. Seine Erwerbungen für das Museum – so u.a. Raum gestaltende Arbeiten der sechziger und siebziger Jahre, konzeptorientierte Werke im Umkreis von Minimal Art und Arte Povera, der Gruppe Zero und der Op Art, aber auch Rauminstallationen künstlerischer Aktionen der 1970er Jahre und serielle malerische wie skulpturale Raumkonzepte – stehen ebenso wie der 1982 eröffnete Neubau des Museums Abteiberg selbst, den Cladders gemeinsam mit Hans Hollein plant, für seine Idee eines offenen Museums und dessen Einbindung in den städtischen Architektur- und Raumkontext. Zweimal wird Cladders Kommissar des Deutschen Pavillons auf der Biennale in Venedig: 1982 stellt er dort Gotthard Graubner, Hanne Darboven und Wolfgang Laib aus, zwei Jahre später gilt die Ausstellung im Pavillon A.R. Penck und Lothar Baumgarten. 1984 verleiht ihm das Land Nordrhein-Westfalen eine Ehrenprofessur.

Cladders gilt als einer der einflussreichsten deutschen Ausstellungsmacher und Museumsdirektoren der 1970er Jahre. Weit unbekannter als seine kunstwissenschaftliche, ausstellungs-kuratorische oder museumstheoretische Arbeit ist das künstlerische Werk Johannes Cladders’, das unter dem Pseudonym »Caesar«im Umfeld von Fluxus und Konkreter Poesie entsteht. Die heute in der Staatsgalerie Stuttgart inventarisierten Arbeiten Cladders stützen sich ebenso auf zeitaktuelle aktions- wie interaktionsgerichtete Ansätze wie auf Verfahren jenseits starrer Gattungsgrenzen und nutzen dabei, gemäß der neuen künstlerischen Publikationsstrategien von Edition und Multiple, veränderte Verbreitungswege der Kunst. Vor allem die frühen Werke bis Ende der 1960er Jahre widmen sich verstärkt den Wahrnehmungsmöglichkeiten an der Grenze von Text und Bildsprache.

Im Mai 2009 widmet das Städtische Museum Abteiberg den Internationalen Museumstag dem am 6. Februar 2009 verstorbenen ehemaligen Museumsdirektor, Johannes Cladders.

Literaturauswahl

Grasskamp, W.: Energien/Synergien 1: Johannes Cladders, hg. v. d. Kunststiftung NRW, Köln 2004

Wischermann, S.: Johannes Cladders : Museumsmann und Künstler, Diss. phil. Frankfurt u.a.O. 1997

C wie Caesar: 142 Arbeiten aus den Jahren 1958 — 1991 Inventarbuch der Konrad-Kohlhammer-Stiftung in der Graphischen Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart, Stuttgart 1994

Cladders, J.: Kunstmuseumsarchitektur als Vermittlungsform: Studien zur Geschichte der Innenraumgestaltung von Museen unter besonderer Berücksichtigung der Kunstmuseumsneubauten in der Bundesrepublik Deutschland, Diss. phil, Osnabrück 1988

Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Foto: Tobias Roch, Hagen Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014

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