DAZE (Chris Ellis)

Seine Bilder sind vor allem durch einen Stil der malerischen Überlagerung verschiedener Realitätsebenen gekennzeichnet, einzelne bildhafte Szenen interagieren mit ornamentierten und beschrifteten Bildgründen. Ähnlich wie Jean-Michel Basquiat und Lee Quinones gehört Daze zur Gruppe der New Yorker Graffiti-Künstler, die sich in den 70er Jahren in der South-Bronx formiert.

Der Graffti-Künstler Daze alias Chris Ellis wird 1962 in Brooklyn geboren. 1980 besucht er das Technical College und die High School of Art & Design in New York. Seine tatsächliche Ausbildung absolviert er jedoch, so Daze selbst, in den New Yorker U-Bahnen, »wo ich in graphischen Außen-Malereien graduiert habe.« (Ausst.-Kat. München 1984).

Ähnlich wie Jean-Michel Basquiat und Lee Quinones gehört Daze zur Gruppe der New Yorker Graffiti-Künstler, die sich in den 70er Jahren in der South-Bronx formiert. Die »tags« und »pieces« von Daze erscheinen in den späten Siebzigern auf U-Bahn-Zügen in Brooklyn und der Bronx. Die Buchstaben dienen der territorialen Markierung der Street Gangs, nach und nach jedoch auch zur Herausbildung eines eigenen »style«. Daze wird Mitglied der Gruppe CYA (crazy young artists), andere Gruppen nennen sich Three Yard Boys, the Ebony Dukes, the Rebels, the Death Squad oder the Wild Style. Typisch für Dazes Stil sind comicartige Bilderzählungen, die er mit Lettern kombiniert.

Neben seiner Malerei im Underground beginnt Daze in den frühen achtziger Jahren auch auf Leinwand zu malen und international auszustellen. Seine Bilder sind vor allem durch einen Stil der malerischen Überlagerung verschiedener Realitätsebenen gekennzeichnet, einzelne bildhafte Szenen interagieren mit ornamentierten und beschrifteten Bildgründen (125th Street; James van der Zee). Daze zeigt sich als Kenner der Film- und Musikgeschichte, deren Helden und laszive Schönheiten die gesprühten Leinwände bevölkern. Im Gegensatz zu Quinones verfolgt er eine sentimentalere Motivwahl und setzte stärker auf populäre Bildwelten, die er auch Vorbildern wie Edward Hopper und Reginald March entnimmt (Smooth Operator 1985).

Seit Beginn der 80er Jahre sind die Werke von Daze auf internationalen Ausstellungen zu sehen, so 1983 in Tokyo, 1989 im New Yorker Museum of American Graffiti, 1998 in Basel (Gallerie Four), 1999 im Museum moderner Kunst in Nizza und 2004 in Paris. Daze selbst kommentiert die neueren Entwicklungen der Graffiti-Kunst: »In the early eighties lots of people were showing graffiti. Now in New York no one is, so a lot of older guys have gone on to commercial stuff like clothing and album covers. Europe has always been more supportive of the movement. Crash and I where shown at the Museum of Modern Art in Nice. We don’t have to keep up with the art world, the art world has to keep up with us.« (Interview mit Daze, Arts International magazine 2000).

Daze lebt und arbeitet in New York.

Literaturauswahl

Pittura dura, dal graffitismo alla street art, Ausst.-Kat. Turin Fondazione Palazzo Bricherasio, Turin 1999

American Graffiti, Ausst.-Kat. Museo Civico di Castelnuovo Neapel, hg. v. Achille Bonito Oliva, Neapel 1997

Stahl, Johannes: Graffiti: zwischen Alltag und Ästhetik, München 1990

// Bianchi, Paolo (Hg.): Graffiti, Wandkunst u. wilde Bilder, Basel 1984

Classical Amercan Graffiti Writers and High Graffiti Artist, Ausst.-Kat. München Galerie Thomas, München 1984

Castleman, Craig: Getting up. Subway graffiti in New York. Cambridge/Mass. u.a. 1982

New York Graffiti Ausst.-Kat. Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen, hg. v. Richard W. Gassen, Ludwigshafen/Rhein, 1987

Bildrechte: gemeinfrei, Foto: Peter Hinschläger Bildrechte: VG Bild Kunst, Bonn 2014 Bildrechte: Calder Foundation New York / Foto Stiftung Lehmbruck Museum Foto: Tobias Roch, Hagen

Zu Sammlung hinzufügen…

×
×
×

Liebe Besucherinnen und Besucher,

seit 2006 gibt die museumsplattform nrw einen umfassenden Einblick in die Sammlungen und Aktivitäten ausgewählter NRW-Museen – und regt damit zugleich auch ein neues Publikum zum Museumsbesuch an. Monatlich 13.000 Besucher*innen belegen das Interesse an diesem einzigartigen Instrument zum interaktiven und kommunikativen Umgang mit Kunst im Netz.

Ein intensiv gepflegter und konstant ausgebauter Newsbereich mit Hinweisen zu Ausstellungen und Veranstaltungen oder Features aus der Kunstszene NRWs gehört ebenfalls dazu. 2013 erhielt die bereits seit zehn Jahren aktive Online-Plattform den bedeutenden Grimme Online Award.

Für den Ausbau dieses Online-Angebots sind wir auf den dauerhaften Beteiligungswillen der Museen angewiesen. Auch wenn die aktive Ausgestaltung derzeit nicht erfolgen kann, laden wir Sie doch herzlich ein, unser breites Angebot zum interaktiven und kreativen Umgang mit der Bildenden Kunst und ihren vielfältigen Formen medialer Vermittlung spielerisch zu erkunden.

Ihr NRW KULTURsekretariat